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Inhaltsverzeichnis

Gliederung



















Tipps

Tipps zum Thema Entwicklung

Top-Fragen

Mein Kind ist 12 Monate alt und krabbelt immer noch nicht richtig. Ist seine Entwicklung gestört?

Sind andere Kinder, andere Erwachsene für die Entwicklung meines Kindes unbedingt nötig?

Ab wann sollte sich mein Baby eigenständig umdrehen können?

Bedeutet ein anfänglicher Charly-Chaplin-Gang, dass eine Fehlstellung der Füße vorliegt?

Kann ich mein Kind fördern?

Die ersten Monate/Jahre im Leben eines Kindes

0-6 Monate - Was soll mein Kind in den ersten sechs Monaten können?

Lächeln, nachts Durchschlafen (6-8 Stunden), sich vom Bauch auf den Rücken drehen, Lachen, mit den Händen greifen, Brei essen. Jedes Kind entwickelt sich aber unterschiedlich.

Nicht jedes Kind entwickelt sich gleich. Deshalb setzen sich junge Mütter leicht einem Stress aus, indem sie die „Leistungen“ ihrer Babys miteinander vergleichen. Der bekannte Schweizer Kinderarzt Prof. Dr. Remo H. Largo, auf den sich auch diese Aufstellung bezieht, hat für die ersten sechs Monate auch auf Grund eigener wissenschaftlicher Untersuchungen folgende Fähigkeiten beschrieben:

  • Lächeln
  • nachts Durchschlafen (6-8 Stunden)
  • sich vom Bauch auf den Rücken drehen
  • Lachen
  • mit den Händen greifen
  • Brei essen

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am klinikum Fulda a.D.

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6-12 Monate - Was soll mein Kind in den zweiten sechs Monaten können?

Robben, Krabbeln, Laute nachahmen, frei Sitzen, Aufstehen, mit den Fingern wie mit einer Pinzette Greifen, Winken, auf gezeigte Gegenstände blicken, Fremdeln Jedes Kind entwickelt sich aber unterschiedlich.

In der 2. Hälfte des ersten Lebensjahres gilt weiter. Nicht jedes Kind entwickelt sich gleich. Also junge Mütter, setzten Sie sich nicht durch Vergleiche unter Druck. Der bekannte Schweizer Kinderarzt Prof. Dr. Remo H. Largo, auf den sich auch diese Aufstellung bezieht, hat für die zweiten sechs Monate auch auf Grund eigener wissenschaftlicher Untersuchungen folgende Fähigkeiten beschrieben:

  • Robben
  • Krabbeln
  • Laute nachahmen
  • Frei Sitzen
  • Aufstehen
  • Mit den Fingern wie mit einer Pinzette Greifen
  • Winken
  • Auf gezeigte Gegenstände blicken
  • Fremdeln

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik Fulda a.D.

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12-24 Monate - Was soll mein Kind im zweiten Lebensjahr können?

Vom Nachahmen einfacher Handlungen bis zum selbständigen Trinken aus dem Becher lernt es die unten aufgeführten Fähigkeiten. Jedes Kind entwickelt sich aber unterschiedlich.

Die Kinder lernen viel von selbst, man muss sie nur lassen. Im 2. Lebensjahr gilt weiter. Nicht jedes Kind entwickelt sich gleich. Also junge Mütter, setzten Sie sich nicht durch Vergleiche unter Druck. Der bekannte Schweizer Kinderarzt Prof. Dr. Remo H. Largo, auf den sich auch diese Aufstellung bezieht, hat für das zweite Lebensjahr auch auf Grund eigener Forschung folgende Fähigkeiten beschrieben:

  • Nachahmen einfacher Handlungen
  • Bilderbücher anschauen
  • Füllen und Entleeren eines Behälters
  • Bauen eines Turms
  • Sprechen erster Wörter
  • Kennen von Körperteilen wie Mund und Augen
  • Laufen
  • Mama und Papa Sagen
  • Mit der Familie Essen
  • Selbstständig aus dem Becher Trinken

R. Largo richtet sich gegen den sogenannten „Förderwahn“ und zitiert so ein afrikanisches Sprichwort: Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik Fulda a.D.

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24-36 Monate - Was soll mein Kind im dritten Lebensjahr können?

Vom Spielen mit Puppen und Bauklotzen bis zum selbständigen Anziehen lernt es im 3. Lebensjahr die unten aufgeführten Fähigkeiten. Jedes Kind entwickelt sich unterschiedlich schnell.

Die Kinder lernen viel von selbst und durch das Beispiel von Kindern und Erwachsenen. Im 3. Lebensjahr gilt weiter. Nicht jedes Kind entwickelt sich gleich schnell. Mütter sollten sich nicht durch Vergleiche unter Druck setzen lassen. Der bekannte Schweizer Kinderarzt Prof. Dr. Remo H. Largo, auf den sich auch diese Aufstellung bezieht, hat für das dritte Lebensjahr auch auf Grund eigener Forschung folgende Fähigkeiten beschrieben, wobei die Reihenfolge unterschiedlich sein kann:

  • Spielen mit Puppen
  • Spielen mit Lego, Bauklötzen
  • Verwendung von Vornamen
  • Gebrauch der Ichform
  • Verwendung von Zweiwortsätzen
  • Dreirad Fahren
  • Allein Treppensteigen
  • Allein die Treppe Hinuntergehen
  • Selbständig mit dem Löffel essen
  • Selbständig Kleidungsstücke Ausziehen
  • Selbständig Kleidungsstücke Anziehen

Auch hier noch einmal der Hinweis von Largo, der sich gegen den sogenannten „Förderwahn“ richtet. Er zitiert ein afrikanisches Sprichwort: Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda a.D.

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36-48 Monate - Was soll mein Kind im vierten Lebensjahr können?

Vom einfachen Puzzle-Spiel bis zum Fahren mit dem Lauflernrad lernt es im 4. Lebensjahr die unten aufgeführten Fähigkeiten. – Jedes Kind entwickelt sich unterschiedlich.

Die Kinder lernen viel von selbst und durch Beispiel von Kindern und Erwachsenen. Im 4. Lebensjahr gilt weiter: Nicht jedes Kind entwickelt sich gleich. Mütter sollten sich nicht durch Vergleiche unter Druck setzen lassen. Der bekannte Schweizer Kinderarzt Prof. Dr. Remo H. Largo, auf den sich auch diese Aufstellung bezieht, hat für das vierte Lebensjahr auch auf Grund eigener Forschung folgende Fähigkeiten beschrieben:

  • Zusammenfügen einfacher Puzzles
  • Zeichnen von einfachen Strichmännchen
  • Verstehen von Rollenspielen
  • in einfachen Sätzen Sprechen
  • Verwendung der Mehrzahl
  • Verwendung der Zeitformen der Verben
  • Geschichten-Hören von CD oder Audiocassetten
  • Roller Fahren
  • Fahren eines Fahrrades mit Stützrädern oder eines Lauflernrades

Überanstrengen Sie weder das Kind noch sich durch ein Zuviel an Förderung. Auch hier noch einmal der Hinweis von Largo auf das afrikanische Sprichwort: Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda a.D.

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Wann kann das Baby richtig sehen?

Es gibt keinen festen Zeitpunkt, an dem man sagen kann, das Kind sieht jetzt. Wie alles beim Baby, entwickelt es sich erst.

In den ersten drei Monaten nimmt das Baby nur Gegenstände in der unmittelbaren Umgebung wahr, im Wesentlichen Eltern und Bezugspersonen, nach deren Gesicht es immer wieder sucht. Mit besserer Sehfähigkeit (besserem Wahrnehmen) zeigt es zunehmendes Interesse an seiner Umwelt. So schaut es ab dem dritten Monat den Eltern nach, wenn sie durch den Raum gehen. Das gezielte Greifen (4 bis 9 Monate) und erst recht das gezielte Krabbeln (7 bis 10 Monate) zeigt, dass das Baby jetzt richtig sieht. Es orientiert sich zur Umwelt hin.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda a.D.

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Bewegung, Intelligenz

Mein Kind bewegt sich mittlerweile sehr aktiv in der Wohnung. Wie sorge ich für genügend Sicherheit?

Um Unfällen in der Wohnung vorzubeugen, eignen sich Schutzgitter für Türen und Treppen. Laufgitter sind hilfreich, wenn Sie Ihr Kind für kurze Zeit unbeaufsichtigt lassen wollen.

Sichere Grenzen bei gefährlichen Türen und Treppen schaffen sogenannte Tür- und Treppenschutzgitter. Diese bestehen in der Regel aus Holz oder Metall. Falls Sie sich für ein solches Schutzgitter entscheiden, sollten Sie darauf achten, dass die Absperrung nicht durch das Kind zu öffnen ist. Moderne Schutzgitter verfügen über variable Verstellmöglichkeiten, damit sie im ganzen Haus eingesetzt werden können. Mit Hilfe eines Laufschutzgitters stellen Sie für Ihr Kleinkind zwar eine Begrenzung her, jedoch bietet diese Alternative genügend Raum zur Entfaltung. Sie können das Laufgitter mit Spielsachen bestücken, damit das Kind diesen Bereich als Rückzugsort ansieht, in welchem es sich kreativ beschäftigen kann. Was für Eltern eine Begrenzung ist, stellt für Kinder ein mobiles Spielzimmer dar. Weiterhin helfen die Gitterstäbe bei den ersten Stehversuchen und fördern somit die Motorik Ihres Kindes. Außerdem gibt es Ihnen ein sicheres Gefühl, wenn Sie Ihr Kind für ein paar Minuten unbeaufsichtigt lassen müssen. Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Boden ausreichend gepolstert ist. Wenn Sie sich für eine höhenverstellbare Variante entscheiden, passt sich das Gitter individuell an das Alter Ihres Kindes an. Trotzdem gilt Gitter, wenn wirklich nötig.

Autor: Julia Spätling, Kinderkrankenschwester und Leiterin der Familienschule Fulda

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Mein Kind ist später gekrabbelt, später gelaufen als die Gleichaltrigen in der Krippe. Muss ich befürchten, dass es sich auch geistig schlechter entwickelt?

Bei langsamerer motorischer Entwicklung befürchten Eltern, dass sich die gesamte Entwicklung verzögert. Für die große Mehrheit der Kinder trifft das nicht zu.

Zum Beispiel bestehen zwischen der Bewegungsentwicklung und der Sprache keine bedeutsamen Beziehungen. Kinder, die spät Laufen gelernt haben, sind im Schulalter nicht weniger intelligent.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda a.D.

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Mein Kind ist 12 Monate alt und krabbelt immer noch nicht richtig. Ist seine Entwicklung gestört?

Vielleicht gehört Ihr Kind zu den Kindern, die sich aus der Bauchlage hochziehen und dann gleich laufen.

Es ist noch nicht so lange her, da meinte man, es müsse eine gewisse Reihenfolge bei den einzelnen Bewegungsstadien eingehalten werden. Heute weiß man, dass es ganz normal sein kann, wenn die Stadien in einer anderen Reihenfolge kommen, oder sogar übersprungen werden. Um Ihnen einen kleinen Überblick dazu zu geben, sehen Sie in die kleine untenstehende Tabelle.

Was?-Wann? Zeitliches Auftreten der wichtigsten Fortbewegungsstadien (mit den Zahlen sind die Monate dargestellt, in denen es zum ersten Mal auftritt).

Auf die Seite Drehen 3-6 Monate
Auf den Bauch Drehen 5-9 Monate
Auf den Rücken Drehen 7-10 Monate
Robben 7-11 Monate
Krabbeln 8-12 Monate
Sich Aufsetzen 9-13 Monate
Aufstehen 9-14 Monate
An Möbeln entlang gehen 9-15 Monate
Frei gehen 9-20 Monate
Sicher gehen 11-20 Monate

Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen sind geringfügig.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik Fulda a.D.

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Meine Tochter ist jetzt 14 Monate alt und kann immer noch nicht laufen. Kann ich vielleicht mit ihr üben?

Seien Sie geduldig. Es dauert nicht mehr so lang, dann läuft sie. Die Fähigkeit sich zu bewegen reift. Geben Sie Ihrem Kind aber die Möglichkeit sich entsprechend zu betätigen.

Die einzelnen Fähigkeiten sind einer Reifung unterzogen, die nach einer Gesetzmäßigkeit abläuft, an der wir nichts ändern können. Auch fleißiges Üben kann diesen Prozess nicht beschleunigen. Eltern müssen ihrem Kind das Krabbeln und Laufen nicht beibringen. Es eignet sich diese Fähigkeiten selbst an. Was Eltern aber tun können, ist, Ihrem Kind die Möglichkeit zu geben, sich entsprechend ihrem Entwicklungsstand zu betätigen. Ein Kind, das sich auf Spielplätzen, Wiesen und in Wäldern tummeln kann, wird sich motorisch besser entwickeln, als wenn es sich nur in der Wohnung bewegen kann.

(siehe auch die Tabelle über die Bewegung: Was?-Wann?)

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda a.D.

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Können Sie mir sagen, wann mein Kleinkind selbstständig ist?

Die Versuche, selbstständig zu werden, beginnen mit einem Jahr und mit dem selbstständigen Essen. Mit drei Jahren wird Ihr Kind dann auch nachts trocken sein. Eine große Leistung!

Manche Kinder bleiben unselbstständig bis ins Erwachsenenalter. Es ist eine der wichtigsten Aufgaben der Eltern, die Selbstständigkeit der Kinder zu fördern. Im Folgenden möchte ich Ihnen auflisten, in welchen Zeiträumen sich die Phasen der Selbstständigkeit beim Kleinkind entwickeln. Die Zahlen in Klammern stehen für die Monate der Entwicklung. Versuch, selbstständig zu essen (12 – 18), selbstständig essen und trinken (18 – 24), Kleidungsstücke ausziehen (18 -36), Kleidungsstücke anziehen (20 – 36), tagsüber trocken sein (24 – 36), nachts trocken sein (26 – 36).

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik Fulda a.D.

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Ab wann erkennt sich ein Kleinkind im Spiegel?

Das Erkennen des eigenen Spiegelbildes beginnt, wenn das Kind merkt, dass es eine eigene Person ist. Das beobachten Sie zwischen 18 und 24 Monaten.

Schon mit sechs Monaten ist ein Kind an einem Spiegel interessiert. Es wird die Mutter erkennen, aber nicht sich selbst. Mit 12 Monaten ist das Kind sehr freundlich zum Kind im Spiegel und sucht es hinter dem Spiegel. Mit 18-24 Monaten erkennt es dann sich selbst. Und denken Sie daran: nicht jedes Kind entwickelt sich gleich.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda a.D.

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Soziales Lernen

Ist es gefährlich bzw. unnormal, wenn mein Kind beim Schreien die Luft anhält und dann sogar in eine kurze Ohnmacht fällt?

Dass Ihr Kind manchmal die Luft sehr lange beim Schreien anhält, ist nicht unnormal. Bewahren Sie Ruhe, es geht meist von selbst vorüber.

Manche Kinder können bei Wutausbrüchen so heftig reagieren, dass sie die Luft anhalten, bis sie ohnmächtig werden. Meistens bessert sich dieser Zustand schnell wieder von selbst. In ganz seltenen Fällen kann das Luftanhalten bis zum Herzstillstand führen. Wenn man nicht sicher ist, dass das Kind atmet, muss man nach einer Beobachtung von 20 Sekunden mit den Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen (Mund-zu-Nase-Beatmung und Herzdruckmassage).

Prof. Dr. R. Repp, Direktor der Kinderklinik, Klinikum Fulda

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Meine Tochter ist jetzt vier Jahre alt. Sie hat mich doch tatsächlich angelogen. Ist das nicht zu früh?

Mit vier Jahren entwickelt sich die Fähigkeit, lügen zu können. Helfen Sie Ihrer Tochter zu unterscheiden zwischen Fehler und Lüge. Bestärken Sie sie in ihrer Ehrlichkeit.

Erst wenn die Kinder eine falsche Annahme bei sich oder einem anderen erkennen können, sind sie auch selbst fähig, vorsätzlich zu täuschen oder zu lügen. Diese Fähigkeit stellt sich ab dem Alter von vier Jahren ein (untersucht von Sodian, 1991). Ihr Kind lernt erst jetzt, was es heißt, ehrlich zu sein. Es ist zu dieser Zeit für Ihre Tochter auch schwierig zu unterscheiden, ob sie nur etwas falsch erkannt, oder ob sie bewusst getäuscht hat. Seien Sie geduldig und helfen Sie Ihrer Tochter darüber nachzudenken. Bestärken Sie sie in ihrer Ehrlichkeit.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda

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Sind andere Kinder, andere Erwachsene für die Entwicklung meines Kindes unbedingt nötig?

Ihr Kind lernt durch Nachahmung. Allein schaffen Sie es nicht, Ihrem Kind die vielen Außenreize zu geben. Von Kindern unterschiedlichen Alters lernt es am leichtesten.

Ihr Kind lernt nur durch Beispiele und Nachahmung. Wie sprechen Sie, singen Sie. Wie gehen Sie mit den Gegenständen im Haushalt um, wie gehen Sie mit den Personen in Ihrer Umgebung um. Da braucht Ihr Kind nicht nur Sie als Lehrmeister, sondern viele andere. Die besten Lehrmeister sind etwas ältere Kinder, am besten Geschwister. Auch ist es schön, wenn Ihr Kind neben Ihrem Partner noch weiter Bezugspersonen hat. Allein kann man die unterschiedlichsten Informationen dem Kinde nicht zur Verfügung stellen. Dies ist heute wichtiger als früher, als es noch mehr Großfamilien und mehr Kinder gab. Das zeigt, wie wichtig Ihr Kontakt zu anderen Familien, anderen Müttern, Krabbelgruppen ist. Es zeigt auch einen positiven Effekt der Kitas und ähnlicher Einrichtungen.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda

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Wann sieht mein Kind sich als eigene Person?

Mit dem Gebrauch der Ichform in seinen Sätzen sieht sich Ihr Kind als eigene Person. Das ist mit 30-36 Monaten so weit. Im Folgenden erfahren Sie die Entwicklungsschritte mit dem Zeitraum ihres Auftretens auf dem Weg Ihres Kindes, sich als Person zu empfinden – in Monaten in den Klammern dargestellt.

Eigenen Körper Kennenlernen 1 – 36 Monaten
Erfahrung, etwas bewirken zu können 6 – 36
Trotzen 14 – 24
Im Spiegel erkennen 18 – 24
Besitz verteidigen 24 – 36
Seinen Namen verwenden 24 – 30
In Ichform sprechen 30 - 36

Und denken sie daran: nicht jedes Kind entwickelt sich gleich.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda

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Ich habe den Eindruck, dass mein an sich schon sehr verständiger dreijähriger Sohn gar nicht mitbekommt, unter welchem Stress ich manchmal stehe. Ab wann bekommt er denn mit, wie es mir geht?

Im vierten Lebensjahr entwickelt sich das „Sichhineinversetzen“ in andere Menschen. Also noch ein wenig Geduld.

Bis zum Alter von drei Jahren sind die Kinder nur auf sich selbst bezogen, sehen ihre Umwelt nur aus ihrer Perspektive. So meinen sie, man würde sie nicht sehen, wenn sie sich die Augen zuhalten. Im 4. Lebensjahr mit der weiteren Sprachentwicklung entwickelt sich auch ihr Verständnis über die eigenen Emotionen und die anderer. Das zeigt sich am Gebrauch der Wörter: Wünschen, Wollen, Wissen und Fühlen. So versetzt sich auch Ihr Sohn im Laufe des vierten Lebensjahres zunehmend in Sie hinein. Es ist gut, wenn Sie von sich sprechen. Es wird ihm helfen, so früh, wie es seine Entwicklung erlaubt, sich in Sie hineinzuversetzen.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda

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Obwohl ich meinen zweieinhalbjährigen Sohn wiederholt ermahnt habe, schlägt er immer wieder ein Kind aus seiner Gruppe?

Im Alter von zwei bis vier Jahren haben Kinder wohl einen eigenen Willen, sehen aber noch nicht, was sie damit bei dem anderen bewirken. Ruhe und gutes Beispiel sind angesagt.

Ihr Sohn ist im Moment in einer Phase, die für Sie oft unangenehm ist. Auf der einen Seite hat er gelernt, dass er ein eigenes selbstständiges Persönchen ist, das auch seinen Willen durchsetzen will, auf der anderen Seite hat er dieses Gefühl noch nicht für sein Gegenüber. Erst mit vier Jahren wird er sich in andere hineinversetzen können und merken, dass das Schlagen dem anderen weh tut und dass er das besser unterlässt. Wenn Eltern und Bezugspersonen mit dem Kind, aber auch mit anderen einfühlsam umgehen, wird sich das Kind auch dieses Verhalten aneignen und selbst mit seinen Spielkameraden mitfühlend umgehen. Auch hier zählt wieder Ihr Beispiel.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda a. D.

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Ab wann beginnen Kinder, ein Lächeln bewusst einzusetzen?

Bewusst handeln Kinder erst ab ungefähr zwei Jahren. Da das Baby mit ca. 20 Wochen bis zu einem halben Jahr nur noch auf freundliche und ihm bekannte Gesichter reagiert, könnte man zu diesem Zeitpunkt von einem gezielten Einsatz des Lächelns sprechen.

Frühformen eines Lächelns sieht man schon beim schlafenden Neugeborenen, das sogenannte Engelslächeln. Beim wachen Kind kann man es frühestens im Alter von zwei bis vier Wochen sehen. Mit sechs bis acht Wochen ruft der Anblick eines menschlichen Gesichtes beim Säugling ein Lächeln hervor. Hierauf freuen sich die Eltern besonders. Es kann aber auch durch die Umrisse eines Gesichtes auch durch einen Ballon hervorgerufen werden. Danach wird die Augenpartie als Auslöser wichtig. Ungefähr mit 20 Wochen spielt zunehmend der Mund eine Rolle und er beginnt, fremde Personen nicht mehr anzulächeln. Mit einem halben Jahr reagiert er auf die Mimik und lächelt nur noch freundliche Gesichter an. Da also ein Kind erst mit ca. zwei Jahren sich seiner Person bewusst wird, würde ich sagen, dass ein Baby mit ca. 20 Wochen sein Lächeln gezielt einsetzt.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda a.D.

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Meine Kleine ist fast zwei Jahre und spielt schon das nach, was sie bei mir sieht. Ist das nicht zu früh?

In diesem Alter haben die Kinder einen starken Drang, das Miteinander aus dem Beispiel ihrer Bezugspersonen, besonders aber auch von Kindern, zu lernen.

Mit dem sogenannten Rollenspiel ahmt Ihre Tochter Sie und Ihr Verhalten nach und verinnerlicht es. Dies ist ein angeborenes Verhalten und zeigt, wie wichtig Sie und andere Bezugspersonen als Vorbild sind. Dieses sogenannte soziale Lernen nimmt erst im Schulalter langsam ab. Von eher etwas älteren Kindern in der Umgebung lernen sie besonders gut. Es zeigt einmal mehr, wie wichtig in diesem Alter der Kontakt zu anderen Kindern ist, z.B. in Mutter-Kind-Gruppen, Spielgruppen, Frühkindergärten und Krippen. Kinder lernen viel mehr durch Beispiel als durch Vorschriften. Sie sehen, hier wird auch der Grund gelegt nicht nur, wie Sie mit anderen Menschen umgehen, sondern auch für den Fernsehgebrauch und für die Esskultur. Das Rollenspiel bei Ihrer Tochter ist nicht zu früh und sollte Sie wiederum zum guten Beispiel motivieren.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda a.D.

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Bewegungsverhalten

Ab wann sollte sich mein Baby eigenständig umdrehen können?

Das Bewegungsverhalten ist nicht bei allen Kindern gleich. Die meisten Kinder können sich mit sieben Monaten drehen. Denken Sie daran, wenn Ihr Baby auf dem Wickeltisch liegt.

Im Alter von fünf bis sieben Monaten beginnen sich Kinder zu drehen. Sie beginnen sich aus der Rücken- oder Bauchlage auf die Seite zu drehen. Anschließend drehen sie sich vom Bauch auf den Rücken oder auch umgekehrt. Es ist wichtig daran zu denken, dass die Babys jetzt auch mobil werden. Sie können auch in einem kurzen unbeaufsichtigten Moment vom Wickeltisch fallen. Auf dem Boden beginnen manche Babys schon geschickt zu rollen und sich so fortzubewegen. Andere beginnen im Alter von sechs Monaten mit dem Kreisrutschen.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda a.D.

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Bedeutet ein anfänglicher Charly-Chaplin-Gang, dass eine Fehlstellung der Füße vorliegt?

Bleiben Sie ruhig. Der Charly Chaplin Gang ist ein ganz normaler Entwicklungsschritt und keine Fehlstellung der Füße Ihres Kindes.

Die „lustige“ Art der Fortbewegung ganz zu Beginn des Laufen Lernens, also zunächst kurze Schritte, Beine breit, Arme hoch, liegt daran, dass zu diesem Zeitpunkt sich Ihr Kind entsprechend seiner Entwicklungsstufe auf das Gleichgewicht und die Koordination der Bewegung konzentrieren muss. Mit drei bis vier Jahren werden dann die Schritte größer und die Beinstellung schmaler. Im Schulalter kommt dann das ökonomische Gangbild, das wir vom Erwachsenen kennen.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda a.D.

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Muss ich es unterbinden, wenn mein Kleinkind sehr früh stehen oder laufen möchte, dieses aber eigentlich nicht ohne Hilfe kann?

Sie sollten es nicht unterbinden. Aber achten Sie darauf, dass es sich bei seinen Aktivitäten nicht verletzt.

Alles was Ihr Kind selbst machen möchte, darf es auch tun. Sie sollten Ihr Kind jedoch nicht dabei vorantreiben zu sitzen, wenn es noch nicht selbst sitzen kann, oder hinzustellen, wenn es noch nicht selbst aufstehen kann. Immer sollten Sie dafür sorgen, dass sich Ihr Kind bei diesen Bewegungen nicht verletzen kann. Der bekannte Kinderarzt und Forscher Remo Largo zitiert in diesem Zusammenhang immer folgendes afrikanische Sprichwort: Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda a.D.

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Förderung

Wie viel Zeit muss ich meinem Kind täglich widmen, damit es eine gute Bindung zu mir aufbauen kann?

Eine genaue Mindestzeit, um eine qualitativ gute Bindung zu erreichen, kann man nennen. Ihr Baby soll sich wohlfühlen. Die Zeit, die Sie dazu brauchen, wird auch Ihnen sehr gut tun.

Eine Bindung baut Ihr Kind relativ leicht auf. Man spricht von einem instinktiven Bindungsverhalten. Kleine Kinder sind Ihren Eltern auf „Gedeih und Verderb“ ausgeliefert. Wesentlich ist, dass das Kind sich in dieser Bindung auch wohlfühlen muss. Hierbei spielt weniger die Zeit eine Rolle als die Qualität der Kind-Eltern-Beziehung. Es fühlt sich geborgen, wenn seine körperlichen und psychischen Bedürfnisse angemessen befriedigt werden. Und trotzdem benötigen Sie Zeit, um umfassend mit dem Kind vertraut zu werden. Da es abhängig ist von den Mentalitäten des Kindes und der Eltern, werden Sie selbst feststellen, wie viel Zeit für Mutter und Vater nötig ist, um diese gute Bindungsqualität zu erreichen.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda a.D.

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Kann ich mein Kind fördern?

Sie fördern Ihr Kind, indem Sie seine Neugierde befriedigen. Es zeigt Ihnen, wenn es greifen, krabbeln, mit dem Löffel essen will.

Wenn es Ihrem Kind körperlich und psychisch gut geht, hat Ihr Kind einen Drang, von allein sich Kenntnisse und Fähigkeiten anzueignen, z.B. zu greifen, sich fortzubewegen oder später auch zu sprechen. Darum müssen Sie sich nicht bemühen. Zu einem bestimmten Zeitpunkt ist es dazu bereit. Diesen Zeitpunkt sollten Sie nicht verpassen. Ihr Kind zeigt Ihnen, wenn es z.B. mit dem Löffel allein essen will. Dazu sollten Sie ihm dann auch Gelegenheit geben. Sie stärken zudem auch sein Selbstwertgefühl. Füttern Sie es weiter, verliert es das Interesse und Sie werden es weiter füttern müssen. So geht es mit vielen neuen Fähigkeiten. Also ist ein gezieltes Üben nicht nötig. Sie fördern, indem Sie auf Ihr Kind eingehen.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda a.D.

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Wie kann ich verhindern, dass ich mich hinsichtlich der Entwicklung meines Kindes vor dem Umfeld zu rechtfertigen beginne?

Vertrauen Sie Ihrem Kind und seiner individuellen Entwicklung. Und vertrauen Sie sich selbst. Wenn Ihnen das schwer fällt, suchen Sie Gespräche mit Fachleuten.

Jedes Kind entwickelt sich unterschiedlich schnell in unterschiedlichen Bereichen. Vertrauen Sie ihm. Wenn dies für Sie nicht möglich ist, hilft die Rücksprache mit jemandem, dem Sie vertrauen und glauben – am besten dem Kinderarzt oder dem Pädagogen. Jeder andere ist nur Laie und kann es nicht beurteilen. Wenn Sie vor sich selbst sagen können, dass Sie Ihre Meinung dazu gefunden haben, sollten Sie auch darauf vertrauen. Denn alle anderen stehen außen vor, können somit Ihre Situation nur teilweise verstehen und deshalb auch nicht beurteilen.

Prof. R. Largo hat viel Wissen in seinem Buch Babyjahre zusammengetragen erschienen im Piper Verlag München Zürich, 2012.

Autor: Julia Spätling, Diplomheilpädagogin, Kinderkrankenschwester, Leiterin der Familienschule Fulda

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Welches Musikinstrument ist für den Einstieg in die musikalische Welt am ehesten geeignet und mit wie viel Jahren?

Grundsätzlich gilt, jeder Mensch kann in jedem Alter ein Instrument lernen. Je früher jedoch die Ausbildung beginnt, desto größer ist der Lernerfolg.

Die Reifung der Kinder im Alter zwischen 3 und 6 Jahren ist sehr unterschiedlich. Das bedeutet, dass kein spezielles Alter für den Beginn des Instrumentalunterrichts angesetzt werden kann. Allgemein üblich ist hierfür jedoch der Einstieg im Alter zwischen fünf und sieben Jahren. Eine Musikalische Elementarerziehung (Früherziehung, Musikalische Grundausbildung und Instrumentenkarussell) ist vor dem Instrumentalunterricht anzuraten, da hier schon Grundlagen für das spätere Instrumentalspiel gelegt werden. In der Anfangszeit des Instrumentalunterrichtes ist die elterliche Unterstützung von großer Bedeutung (hauptsächlich bezogen auf das Üben zu Hause.) Als Unterrichtsform für den Anfang wird die Musikalische Früherziehung in den regionalen Musikschulen oder auch privat angeboten. Die angebotenen Unterrichtsformen unterscheiden sich je nach Bundesland. Geeignete Instrumente für den Einstieg sind Instrumente, die keine große Anstrengung in der primären Tonerzeugung erfordern: Blockflöte, Gitarre, Klavier oder Schlagzeug. Bei diesen Instrumenten ist der Lernerfolg besonders hoch. Ob Einzelunterricht oder Gruppenunterricht richtet sich nach dem örtlichen Angebot. Die Erfahrung zeigt, dass der Schüler im Einzelunterricht individueller und besser gefördert wird.

Quelle: Philipp Spätling, Jens Lohmann, Instrumentalpädagogen und freischaffende Musiker

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Fremdeln

Mein Kind fremdelt stark. Kann ich es überhaupt einem Babysitter überlassen oder in die Betreuung geben?

Wenn Sie in Ihrem Beisein Ihrem Kind ausreichend Zeit geben, mit der betreuenden Person eine Beziehung aufzubauen, wird das schon möglich sein.

Es gibt Situationen, in denen man sein Kind in andere Hände geben muss. Nicht zuletzt braucht man auch etwas Zeit für sich, um auch Kraft zu schöpfen und seine Partnerschaft zu stärken. Das Fremdeln ist zwischen 6 und 18 Monaten am stärksten ausgeprägt. Deshalb darf man in dieser Zeit ein Kind nur in die Hände einer Person geben, mit der es vertraut ist und die ihm die emotionale Sicherheit geben kann. Sonst wird es unglücklich sein und mit großer Ablehnung reagieren. Geben Sie Ihrem Kind ausreichend Möglichkeit, die Person in Ihrem Beisein kennenzulernen. Nehmen Sie sich Zeit für die Übergabe, sonst verbindet das Kind die Betreuungsperson mit Ihrem Weggang. Der bekannte Schlafanzug, die Lieblingsspielsachen und weitere vertraute Dinge helfen dabei. Auch längere Trennungen kann das Kind ohne Schaden überstehen, wenn Ihr Kind eine gute Beziehung zur betreuenden Person aufbauen kann.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda a.D.

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Was kann ich gegen das starke Fremdeln meines Babys tun?

Im Prinzip nicht viel. „Fremde“ sollten dem Kind nur langsam näher und nicht zu nahe kommen, besonders wenn sie ungewohnt aussehen, riechen oder sich anhören, sich sehr von den Eltern unterscheiden.

Mit dem Fremdeln wird das Kind an seine Eltern und Bezugspersonen gebunden. Fremdeln wird ausgelöst durch einen Blick in ein fremdes Gesicht, fremde Stimmen, Gerüche oder wenn das Baby ungewohnt angefasst wird. Fremdeln wird verstärkt, wenn der Fremde zu nahe kommt. Es wird sich nicht abstellen lassen, da man das „Anderssein“ der „Fremden“ nicht ändern kann. Man kann das Fremdeln abschwächen, in dem man mit den „Fremden“ über die Auslöser des Fremdeln spricht, sich dem Kinde langsam nähert, einen nötigen Abstand zum Kinde hält. Manchmal muss man die „Fremden“ trösten. Vielleicht ist es ja beim nächsten Besuch verschwunden.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda a.D.

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Was ist der Unterschied zwischen Trennungsangst und Fremdeln?

Fremdeln ist eine Schutzfunktion gegen ein Herauslösen des Kindes aus seiner behütenden Umgebung zu einem Zeitpunkt, an dem das Kind sich seiner Person nicht bewusst ist. Man könnte die Trennungsangst als eine Fortführung auf der bewussteren Ebene ansehen.

R. Largo beschreibt die Trennungsangst als unsichtbare Leine, die das Kind an die vertraute Person bindet. Die Trennungsangst ist am stärksten zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr ausgeprägt. Ganz verschwindet sie nie, auch nicht im Erwachsenenalter. Anwesenheit vertrauter, nicht ängstlicher Personen und die Ermutigung, doch auch z.B. mit fremden Kindern zu spielen, verringert diese Ängste. Fremdeln, auch „Achtmonatsangst“ bezeichnet, ist gleichfalls von Kind zu Kind unterschiedlich stark ausgeprägt und kann schon mit fünf Monaten, aber auch erst mit einem Jahr beginnen. Fremdeln wird ausgelöst durch einen Blick in ein fremdes Gesicht, fremde Stimmen, Gerüche oder wenn das Baby ungewohnt angefasst wird. Fremdeln wird verstärkt, wenn der Fremde zu nahe kommt. Es ist zwischen 8 und 36 Monaten am stärksten ausgeprägt und schwächt sich erst danach ab.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda a.D.

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sozialer Kontakt

Bald kommt mein zweites Kind. Ich befürchte Eifersucht beim Älteren. Wie kann ich sie vermeiden?

Vermeiden können Sie die Eifersucht nicht ganz, wohl aber abmildern. Stellen Sie Ihr Älteres mehr in den Mittelpunkt und lassen Sie es bei der Pflege des Babys mithelfen.

Eifersucht gehört zum normalem kindlichen Verhalten. Der Neuankömmling zieht die Aufmerksamkeit der ganzen Umgebung auf sich und hat intensiven Körperkontakt zur Mutter. Die Eifersucht entsteht am häufigsten im Alter von zweieinhalb bis 5 Jahren. Geschwisterkinder versuchen manchmal wieder durch „Babyverhalten“ die Aufmerksamkeit der Eltern zu erlangen. Wenn die Eltern sich dieser Situation bewusst sind, wird es ihnen leichter fallen, dem Erstgeborenen mehr Aufmerksamkeit zu geben und besonders es mit in die Pflege des Neugeborenen miteinzubeziehen. Übrigens weiß man, dass solche Pflege-Erfahrungen sich sehr positiv auch auf die Mutter- und Vaterschaft der Geschwisterkinder auswirken.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda a.D.

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Wie kann ich meinem Zweitgeborenen genauso gerecht werden wie dem ersten Kind? Wie vermeide ich es, dass sich das erste Kind zurückgesetzt fühlt?

Es ist nicht möglich, die Kinder zu jeder Zeit im gleichen Maße gerecht zu werden. Doch beziehen Sie Ihr Erstgeborenes so oft wie möglich ein, wenn das Zweitgeborene Sie braucht.

Akzeptieren Sie, dass Sie die Zuwendung Ihren Kindern gegenüber nie gleich verteilen können. Das ist nicht möglich. Man kann keinem der Kinder so gerecht werden, wie man es gerne möchte. Jedes Kind benötigt Sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten in unterschiedlicher Art und Weise. Die Kinder nehmen keinen Schaden, wenn die Mutter sie nicht immer im gleichen Maße betreuen kann. Wichtig ist, dass man dem Erstgeborenen das Gefühl vermittelt und auch ausspricht, dass man es genauso lieb hat wie das neue Geschwisterkind. Beteiligen Sie es bei allen machbaren Situationen wie z.B. Wickeln und Stillen. Im Idealfall ist der Partner zu Hause und kümmert sich um das Erstgeborene. Man kann die Besucher bitten, sich zuerst mit dem Älteren zu beschäftigen und sich dann erst im zweiten Zug den Neuankömmling anzusehen, so fühlt sich das Ältere miteinbezogen.

Julia Spätling, Kinderkrankenschwester, Leiterin der Familienschule Fulda

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Immer wenn meine Freundin uns besucht, ist mein kleiner Sohn zunächst sehr aufmerksam. Nach einiger Zeit aber beginnt er zu schreien. Mache ich etwas falsch?

Zu große Vertrautheit zu Ihrer Freundin in der Nähe Ihres Sohnes könnte von ihm als Mangel an Zuwendung gefühlt werden und ihn sogar eifersüchtig machen.

Es könnte sich um eine Reaktion aus dem Bereich der Körpersprache handeln. Verhält sich die Mutter einer Person in der Nähe ablehnend, so wird sich auch das Kind dieser Person gegenüber skeptisch verhalten. Ist die Mutter dieser Person gegenüber wohlgesinnt, wird das Kind ebenfalls interessiert die Person sogar näher an sich heranlassen. Zu große Nähe und Vertrautheit der Mutter kann dazu führen, dass das Kind die Person ablehnt, es vielleicht sogar eifersüchtig auf sie wird. Vielleicht denken Sie beim nächsten Besuch daran.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda a.D.

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Kleine Kinder können doch noch gar nichts miteinander anfangen. Warum soll denn mein Kind mit anderen Kindern zusammen sein?

Auch wenn sich Ihr Kind noch gar nicht richtig mit anderen Kindern austauschen kann, so lernt es doch schon jetzt sehr viel, besonders von ein wenig älteren Kindern.

Es gehört zu den weit verbreiteten Vorurteilen, dass Kinder nichts mit Kindern anfangen können. Auch wenn sie noch nicht miteinander spielen, so lernen sie doch viel voneinander, besonders von ein wenig älteren Kindern. Ein Kind kann das Tun eines Kindes viel besser nachvollziehen als das eines Erwachsenen. Kinder geben sich gegenseitig ein starkes Gefühl von Nähe und Vertrautheit, was bei Geschwisterkindern auch eine große Entlastung für die Eltern sein kann, wenn sie in einem Zimmer schlafen und dann seltener ins elterliche Bett kommen. Bereits im ersten Jahr lernen sie viel aus Blicken, Lauten, Mimik und Bewegungen. Mit anderen Kindern zusammen zu sein, ist deshalb für ein Kleinkind wichtig, auch wenn es sich noch nicht richtig austauschen kann.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda a.D.

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Mein Kind schleppt den ganzen Tag die Schmusedecke herum. Wann hört das denn auf?

Mit Teddy, Kuscheltuch und oder Stoffpuppe verringern Kinder ihre Angst, von Ihnen getrennt zu werden. Es kann schon sein, dass Ihr Kind ein solches „Übergangsobjekt“ bis in die Schulzeit behält.

In Kulturen, in denen die Kinder einen sehr engen Körperkontakt zur Mutter haben, kommen die sogenannten Übergangsobjekte nicht vor. In unserem Kulturkreis helfen Schmusetücher, Stofftiere und Puppen durch ihre Beschaffenheit, besonders aber durch den Geruch, den sie durch intensiven Gebrauch erhalten haben, eine Platzhalterfunktion für die körperliche Nähe zu der Bezugsperson zu übernehmen. Sie vermitteln Geborgenheit durch ihre Weichheit, Wärme und ihren Geruch. So werden Ängste abgemildert, verlassen zu werden. Manche Kinder tragen ihre Übergangsobjekte über viele Jahre, zum Teil bis ins Schulalter mit sich herum. Auch bei einzelnen Erwachsenen findet man solche Gegenstände z.B. in Form eines Talismans.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda a.D.

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Wie reagiere ich auf plötzliche Wutanfälle meines Kindes?

Wutanfälle gehören zur Trotzphase und zur Entwicklung des Kindes. Bleiben Sie ruhig. Es geht vorüber.

Plötzliche Wutanfälle sind eine Form des Trotzens. Sie gehören zur normalen Entwicklung des Kindes hin zu einer eigenen Person. Sie treten am Übergang vom 2. zum 3. Lebensjahr auf. Meist hat das Kind irgendetwas nicht bekommen, was es wollte, und ist frustriert. Es testet jetzt aus, wie weit es gehen kann. Sie haben jetzt drei Möglichkeiten zu reagieren. 1. Sie versuchen, es zu beruhigen und erreichen meist nur eine Verlängerung des Wutanfalls. 2. Sie geben nach und erreichen, dass Ihr Kind mit der Strategie Erfolg erlebt, mit einem Wutanfall beim nächsten Mal das Gewünschte zu bekommen. 3. Sie warten ab, bis der Anfall vorüber ist, auch wenn Sie die vielen wohlgemeinten, aber meist unnützen Ratschläge der zufällig anwesenden Leute ignorieren müssen. Übrigens: auch wenn Ihr Kind einmal dabei blau anläuft, bleiben Sie ruhig. Es passiert nichts.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda a.D.

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vermeintliche Fehlentwicklung

Mein Kind schreit sehr viel, besonders in den Abendstunden, ohne dass ich einen Grund dafür erkennen und es beruhigen kann. Was soll ich tun?

Wenn Ihr Kind viel schreit, muss es nicht krank sein. Wenn der Kinderarzt die Gesundheit bestätigt, helfen Beruhigungstechniken, die Sie erlernen können (z.B. in Familienschulen).

Sogenanntes unmotiviertes Schreien ist ein häufiges Problem, gerade in den ersten drei Lebensmonaten. Man geht davon aus, dass es sich um Anpassungsprozesse des Kindes handelt, das heißt, dass sowohl das Kind sich auf seine neue Umgebung (außerhalb des Mutterleibes) als auch die Umgebung sich auf das Kind einstellen muss. Da sich Kinder in diesem Alter nicht anders äußern können, schreien sie, meist ohne medizinischen Grund. Dennoch ist diese Situation natürlich für die Familie sehr belastend. Bei Auftreten des anhaltenden Schreiens sollte auch eine kinderärztliche Vorstellung erfolgen, um eine organische Ursache auszuschließen. Hierzu braucht man meistens nicht mehr als eine eingehende körperliche Untersuchung. Liegen keine medizinischen Gründe für das Schreien vor, gibt es verschiedene Beruhigungstechniken, die die Eltern erlernen können (verschiedene Halte- und Wickeltechniken, sog. Swaddlen (siehe dort) etc.). Hierdurch werden die Eltern auch in Ihrer Rolle bestärkt, was oft wesentlich zur Entspannung der Situation beiträgt.

Dr. Christian Weber, Oberarzt Kinderklinik, Klinikum Fulda.

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Ist ein Schielen bei Neugeborenen normal, ab wann sollte es verschwunden sein?

Ja, es ist normal. Meist kann ein Neugeborenes ein Gesicht für wenige Sekunden fixieren. Später muss man bei einem Verdacht auf Schielen zum Arzt, damit keine Schwachsichtigkeit entsteht.

Oft können Neugeborene schon nach der Geburt ein Gesicht erkennen (siehe auch Largo: Gesichtsschema) und für einige Sekunden fixieren. Im Alter von vier Wochen sollte ihnen das Fixieren möglich sein. In den Zeiten, in denen die Babys nicht fixieren, gehen die Augen in verschiedene Blickrichtungen. Im Alter von sechs Monaten darf beim Fixieren eines Gegenstandes oder Gesichtes kein Schielen mehr auftreten. Schielen kann man daran erkennen, dass sich eine kleine Lichtquelle oder das Abbild eines Fensterkreuzes im Vergleich beider Augen an verschiedenen Stellen auf den Augen spiegeln. Bei jedem auch nur kleinen Verdacht auf Schielen sollten die Kinder augenärztlich untersucht werden. Wird ein Schielen nicht rechtzeitig erkannt, kann es dazu führen, dass sich im Gehirn die Nervenverknüpfung in der Hirnrinde nicht richtig ausbilden kann und in der Folge ein Auge für immer sehschwach oder sogar blind bleibt, weil es im Gehirn dauerhaft abgeschaltet wird.

Prof. Dr. R. Repp, Direktor der Kinderklinik, Klinikum Fulda

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Ist es normal, dass mein Kind ausgeprägte O-Beine, oder X-Beine hat bzw. beim Laufen die Füße nach Innen oder Außen dreht?

Seien Sie beruhigt. Alle Babys haben O-Beine. Meist wächst es sich aus.

Neugeborene und Säuglinge haben O-Beine. Dieses ist verursacht durch die Lage des Kindes in der Gebärmutter. In den ersten zwei Lebensjahren bilden sich diese O-Beine immer mehr zurück. Am Ende des dritten Jahres beobachtet man sogar das Gegenteil, eine X-Beinstellung, die sich bis zum Schulalter weitgehend zurückbildet. Auch ist es normal, dass zu Beginn des Laufen-Lernens die Kinder noch nicht mit den Füßen abrollen können. Auch setzen sie die Füße etwas schräg auf. Sehr ausgeprägte O- oder X-Beine oder gar zunehmende Asymmetrien beim Laufen sollten ärztlich geklärt werden, damit seltene Krankheiten wie z.B. Rachitis ausgeschlossen werden können.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda a.D.

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Ausstattung

Liste mit Empfehlungen für die optimale Erstausstattung

Erstausstattungsliste – Empfehlung der Deutschen Familienstiftung, zusammengetragen von Julia Spätling, Kinderkrankenschwester, Dipl. Heilpädagogin, Familienschule Fulda

Für den Klinikkoffer

  • Stammbuch, Mutterpass
  • 3-6 Nachthemden, vorne zu öffnen
  • Strickjacke oder Bademantel
  • 6 Baumwoll- oder Einmal-Slips eine Größe größer
  • 2 Still-BHs (2 Nummern größer)
  • Kosmetik- und Waschsachen
  • Hausschuhe und Handtücher
  • 6 Energiereiche Riegel o. ä. für die Zeit im Kreißsaal
  • 1 Hemdchen Gr. 50 / 56
  • 1 Jäckchen Gr. 50 / 56
  • 1 Strampler Gr. 50 / 56
  • 1dicke Babyjacke mit Mütze
  • 1 Baby-Decke 75 x 100 cm

Zum Transport

  • 1 Kinderwagen
  • 1 Matratze für Kinderwagen
  • 2 Spannbetttücher für Kinderwagen
  • 1 Oberbett ca. 80 x 80 cm
  • 2 große Kopfkissenbezüge ca. 80 x 80 cm
  • im Winter: 1 Fußsack und/oder ein durchgehender Skianzug
  • 1 Bauchtrage / Tragetuch
  • 1 Autosicherheitssitz Größe 0

Grundausstattung Baby

  • 12 Mullwindeln
  • 4 Windelhöschen
  • 1 Paket Einmalwindeln (Kleinste Größe)
  • 4 Moltontücher 80 x 80 cm
  • 6 Hemdchen/Wickel-Bodys Gr. 50/56
  • 6 Jäckchen Gr. 50/56
  • 6 Strampler Gr. 50/56
  • 2 Mützchen kleinste Größe
  • 2-6 Paar Söckchen/im Winter aus Wolle
  • 1 warme Jacke für den Spaziergang
  • 1 Lagerungs- und Stillkissen
  • 2 Babydecken

Für den gesunden Schlaf

  • 1 Gitter-Bett, Wiege oder Stubenwagen
  • 1 feste luftdurchlässige Matratze
  • 2 Spannbetttücher
  • 2 wasserdichte Betteinlagen ca. 50x 70 cm
  • 1 Schlafsack
  • 1 Nachtlicht

Zusätzlich möglich, aber nicht von den Kinderärzten empfohlen

  • 2 Bettwäsche-Garnituren ca. 80 x 80 cm oder 100 x 135 cm
  • 1 Nestchen
  • 1 Lammfell
  • 1 Bettumrandung
  • 1 Kinderschlafdecke ca. 75 x 100 cm
  • 1 Babyphon
  • 1 Spieluhr

Rund um die Körperpflege

  • 1 Wickelkommode oder Wickelaufsatz
  • 1 Wickelauflage oder ein dickes Badehandtuch
  • 1 Baby-Wanne
  • 1 Waschschüssel
  • 1 Badethermometer
  • 6 Waschlappen (Mull) alternativ: Feuchttücher
  • 1 Windeleimer und passende Müllbeutel
  • 1 weiche Baby-Haarbürste
  • 1 Baby-Nagelschere mit abgerundeten Spitzen
  • 1 Quecksilberthermometer
  • 3 Badetücher mit Kapuze
  • 1 kleine Wärmflasche
  • Saugfähige große Binden für Mama
  • Stilleinlagen aus Seide/Wolle
  • Olivenöl/Mandelöl für die Massage und Hautpflege

Rund um die Mahlzeit

  • Stillkind: 1 Hand-Milchpumpe und Aufbewahrungsbehälter für die Muttermilch
  • 6 Milchflaschen
  • 1 Flaschenbürste
  • Wenn gewünscht: 2-3 Beruhigungssauger zum tgl. Wechsel

Ich möchte die Erstausstattung an Kleidung für mein Baby kaufen. Was benötige ich und worauf muss ich achten?

Bei der scheinbar endlosen Auswahl an Babykleidung sollte man sich vergewissern, welche Textilien notwendig und zweckmäßig sind und welche lediglich hübsch aussehen.

Babytextilien müssen einfach anzuziehen, gut waschbar und bequem sein. Achten Sie beim Kauf darauf, dass keinerlei Chemikalien oder Pestizide enthalten sind. Empfehlenswert sind daher Naturstoffe, wie Baumwolle, Seide oder Wolle. Modische Accessoires wie Kordeln oder Schnallen sind zwar optisch ansprechend, können aber zur Gefahr werden, wenn das Kind hängen bleibt oder sich stranguliert. Reißverschlüsse, Schnallen und große Knöpfe drücken unangenehm. Zu große und zu kleine Babykleidung kann das Kind in seiner Bewegungsfreiheit einschränken und behindern. Breite Hosenbünde sind angenehmer für den Bauch des Kindes als schmale Gummizüge. Für die Erstausstattung reichen Bodys, Bindejäckchen, Hemdchen, Strampler und Wollsocken aus. Im Winter ist ein einteiliger Skianzug mit daran befestigten Fäustlingen eine gute Sache. Einzelne Fäustlinge fallen immer wieder ab und sind daher nicht praktikabel. In den ersten Wochen benötigt das Baby eine Kopfbedeckung wie zum Beispiel ein Häubchen, damit die Fontanelle und der unbehaarte Kopf gegen den Kälteverlust geschützt werden.

Quelle: J.Spätling, Dipl.-Heilpäd., Ki.Kr.Schw., Leitung der Familienschule Fulda

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Um die Pflege meines Babys zu vereinfachen, möchte ich eine Wickelstation einrichten. Welche Möbel sind zu empfehlen?

Eine Wickelstation besteht üblicherweise aus einem Wickeltisch, einer bequemen Wickelauflage, einem Windeleimer und einem wärmenden Heizstrahler. Wickelkommoden sind besonders robust und stabil. Allerdings nehmen sie auch sehr viel Platz ein. Wer nicht genügend Raum zur Verfügung hat, kann auf ein Wickelregal zurückgreifen. Wickelregale sind ähnlich aufgebaut wie klassische Wickelkommoden. Sie sind allerdings weitaus platzsparender und haben weniger Stauraum zur Verfügung. Besonders bei Wickelregalen sollte man auf gute Qualität achten. Prüfen Sie das Regal auf ausreichend Stabilität und eine genügend große Liegefläche. Eine weitere Möglichkeit, um Platz zu sparen, bieten Wickelschränke, welche direkt an der Wand befestigt werden. Bei dieser Lösung ist die Wickelfläche ausklappbar und ein Regal ist im Wickelschrank integriert. Egal für welche Variante Sie sich entscheiden, achten Sie beim Kauf Ihrer Wickelstation darauf, dass sie die richtige Höhe hat, um Rückenschmerzen zu vermeiden. Die Fläche, auf der Ihr Kind gewickelt wird, sollte zur Sicherheit einen erhöhten Rand besitzen. Bei Wickeltischen aus mehreren Elementen muss eine feste Verbindung zwischen Liegefläche und Unterteil bestehen.

Autor: Julia Spätling, Diplom-Heilpädagogin, Kinderkrankenschwester, Leiterin der Familienschule Fulda

Ich möchte mich nach der Schwangerschaft wieder sportlich betätigen und habe dabei an einen Sportbuggy gedacht. Worauf muss ich achten?

Sich wieder sportlich zu betätigen, vermittelt jungen Müttern ein ganz neues Lebensgefühl. Jedoch sollte das Kleinkind sich im richtigen Alter befinden und körperlich stabil genug sein.

Bei einem Sportbuggy kommt es auf einfaches Handling, hohe Funktionalität, hohe Sicherheitsstandards und ein großes Maß an Mobilität an. Da man sich teilweise auf unwegsamem Gelände befindet, müssen die Buggys sehr wendig sein und eine gute Federung besitzen. Nützlich ist weiterhin eine Handbremse. Der Griff sollte so anzufassen sein, dass man sich keine Scheuerstellen zuzieht. Die richtige Höhe vermeidet Rückenschmerzen. Daher empfiehlt sich ein höhenverstellbarer Griff. Sportbuggys können erst dann eingesetzt werden, wenn das Baby stabil genug im Rücken ist. Das ist frühestens nach sechs Monaten der Fall. Weiterhin muss durch den Buggy ein sicheres und bequemes Anschnallen gewährleistet werden und das Kind muss sich in einer angenehmen und stabilen Liegeposition befinden.

Autor: Julia Spätling, Kinderkrankenschwester und Leiterin der Familienschule Fulda

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Ich möchte mir ein Stillkissen als Unterstützung zum Stillen und als Lagerungshilfe kaufen. Worauf sollte ich achten?

Stillkissen sind besonders bei langen Stillzeiten eine praktische Unterstützung. Wenn die Zeit des Stillens vorbei ist, kann man sie als Lagerungsmöglichkeit oder Rückenkissen verwenden.

Achten Sie bei der Auswahl des richtigen Stillkissens darauf, dass eine gute Luftzirkulation vorhanden ist. Günstigere Kissen sind eventuell mit Watte gefüllt. Leider sind diese bereits nach wenigen Tagen sehr hart und unbequem. Kleine Kügelchen sind die bessere Variante. Man kann diese Kissen immer wieder aufschütteln und dementsprechend verändern. Außerdem sind die Kügelchen geräuscharm sodass Mutter und Kind nicht bei jeder Bewegung durch lästiges Knistern oder Quietschen gestört werden. Wie bei allen Babyprodukten achten Sie auf schadstofffreie also geprüfte Inhaltsstoffe.

Autor: Julia Spätling, Kinderkrankenschwester und Leiterin der Familienschule Fulda

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Was ist besser für mein Baby – Schlafsack oder Zudecke?

Gerade in den ersten Monaten stehen Bequemlichkeit, Sicherheit und Körperwärme an erster Stelle für einen ruhigen Babyschlaf. Hier sind Schlafsäcke den Zudecken weit überlegen.

Zudecken bringen die Gefahr mit sich, dass Babys mit dem Köpfchen unter die Decke geraten oder sich freistrampeln. Schlafsäcke für Babys besitzen entweder Träger oder Ärmel die dafür sorgen, dass nichts verrutschen kann. Trotzdem bleibt die Bewegungsfreiheit Ihres Kindes erhalten. Das Risiko des plötzlichen Kindstodes wird dadurch minimiert, dass das Kind auf dem Rücken schläft. Das Umdrehen auf den Bauch wird verhindert, damit das Baby frei atmen kann. Schlafsäcke gibt es in den unterschiedlichsten Variationen bezüglich Form, Farbe oder Füllung. Achten Sie darauf, dass Sie im Winter ein warmes, gut gefüttertes Modell verwenden, während Sie im Sommer auf eine leichtere Variante zurückgreifen sollten. Bei der Auswahl zwischen normalen Schlafsäcken, Pucksäcken, Mäxchen oder Bauchsäcken kommt es ganz auf die Bedürfnisse und Schlafgewohnheiten Ihres Kindes an. Zur Ermittlung der optimalen Größe für den Babyschlafsack Ihres Kindes gibt es eine ganz einfache Faustformel: Messen Sie die Körperlänge des Kindes abzüglich der Kopflänge plus zehn Zentimeter. Bitte lesen Sie auch die Empfehlungen der Kinderärzte zum Plötzlichen Kindstod.

Autor: Julia Spätling, Kinderkrankenschwester und Leiterin der Familienschule Fulda

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Welche Möbel muss ich mir vor der Geburt des Kindes anschaffen und benötige ich gleich ein eigenes Kinderzimmer?

Am Anfang genügt dem Baby eine ruhige Ecke im Elternschlafzimmer. Doch einige Möbelanschaffungen sind trotzdem notwendig.

Die wichtigsten Gegenstände zu Beginn sind ein Bettchen, ein Wickelplatz und eine Kleiderkommode. Da sich das Baby unheimlich schnell entwickelt, empfehlen sich verstellbare Möbel. Es gibt zum Beispiel Gitterbetten, bei denen man verschiedene Höhen für die Matratze einstellen kann. Wenn die Kinder ein wenig älter sind, nutzen sie ihre Kindermöbel gerne als Spielgerät. Deshalb sollte man darauf achten, dass man robuste, strapazierfähige Materialen kauft. Stubenwagen oder Wiegen sind besonders praktisch, da man sie von bequem von einem Zimmer ins andere transportieren kann. Das Gitterbett kann man mit entsprechenden Polstern zu einem gemütlichen Nest umwandeln und man kann es direkt an das Elternbett anbringen. Der Wickelplatz sollte stabil sein, einen festen Rand besitzen und die richtige Höhe haben, um Rückenschmerzen zu vermeiden. Zum Verstauen der Kleidung genügt anfangs eine Kommode, da man Babysachen in der Regel nicht aufhängen muss.

Quelle: Ökotest, Richtig gut leben, Ratgeber Kleinkinder, S. 62ff, 10. Ausgabe, 2010.

Autor: Julia Spätling, Kinderkrankenschwester und Leiterin der Familienschule Fulda

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Was muss ich beim Kauf eines Kinderhochstuhls beachten?

Kinderhochstühle sind unverzichtbar, wenn Sie möchten, dass Ihr Kind aktiv am Familienleben teilnimmt. Sie haben die Wahl zwischen der Standardvariante, Treppenhochstühlen, Kombihochstühlen und Hochstühlen mit Schalensitz.

Welche Eigenschaften Ihr Hochstuhl besitzen soll, müssen Sie je nach Kind, Alter und Verwendungszweck entscheiden. Jedoch sollten alle Kinderhochstühle über verstellbare Rückenlehnen, Sitzhöhen und Fußstützen verfügen. Außerdem muss ein Sicherheitsgurt vorhanden sein, damit Ihr Kind nicht aus dem Stuhl klettert oder gar fällt. Treppenhochstühle verfügen über eine verstellbare Sitzfläche und können dementsprechend an jede Größe angepasst werden. Wenn der Hochstuhl über eine zusätzliche Trittstufe verfügt, ermöglichen Sie es Ihrem Kind, ab einem gewissen Alter selbstständig auf den Stuhl zu steigen. Kombihochstühle haben den Vorteil, dass sie Hochstuhl und Tisch kombinieren, aber dennoch separat benutzt werden können. In diesem Fall kann der Tisch nicht nur zum Essen, sondern auch zum Spielen und Malen verwendet werden. Die Variante mit Schalensitz ist aus Kunststoff gefertigt besonders flexibel. Die Sitzschale ist angenehm gepolstert und der Esstisch abnehmbar. Allerdings sind Hochstühle aus Holz aufgrund ihrer Stabilität am häufigsten verbreitet.

Autor: Julia Spätling, Kinderkrankenschwester und Leiterin der Familienschule Fulda

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Ich möchte einen Kinderwagen kaufen. Für welches Modell sollte ich mich entscheiden?

Kombikinderwagen gehören mittlerweile zu den gängigsten Kinderwagen, da sie bis zu einem Alter von vier Jahren nutzbar sind und flexibel eingesetzt werden können.

Klassische Kinderwagen sind normalerweise nur rund zehn Monate benutzbar. Deshalb sind Kombikinderwagen die deutlich langlebigere Alternative. Das Grundmodell besteht aus einem Sportwagen, bei dem der Sitz fest auf das Fahrgestell montiert ist. Neugeborene werden zunächst liegend und entgegen der Fahrtrichtung transportiert. Sie befinden sich in dieser Zeit in einer Tragetasche. Beim Kauf sollten Sie darauf achten, dass der Boden der Tragetasche genügend Stabilität aufweist. Besonders praktisch sind Tragetaschen wenn sie zwei Trageschlaufen besitzen, sodass man das schlafende Baby aus dem Kinderwagen herausnehmen kann, ohne es aufzuwecken. Sobald das Kind selbstständig sitzen kann, wird der Wagen als Sportwagen umgebaut. Besonders aktive Eltern sollten auf geländetaugliche Reifen und eine gute Federung achten. Bei der Auswahl des Kinderwagens sollten Sie am besten in ein Fachgeschäft gehen und den Wagen vor Ort auf- und abbauen sowie seine Funktionalität testen.

Autor: Julia Spätling, Kinderkrankenschwester und Leiterin der Familienschule Fulda

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Ab wann kann ich meinem Baby einen Schnuller anbieten?

Einen Schnuller kann man bereits beim Neugeborenen einsetzen, doch sollte er keine Dauerlösung sein, sondern nur in Notfällen verwendet werden.

Die Verwendung des Schnullers ist umstritten, weil er zur so genannten „Saugverwirrung“ beitragen kann, denn die Saugtechniken an Brust und Schnuller unterscheiden sich. Doch ein Schnuller ist vertretbar, solange er keine Dauerlösung darstellt. Bereits ein Neugeborenes nimmt einen Schnuller. Doch sollte der Schnuller nur eingesetzt werden, solange man sicher sein kann, dass das Baby keinen Hunger hat. So ist stets im Hinterkopf zu behalten, dass man mit dem Schnuller die Hungersignale nicht bemerkt. Daher sollte man erst darauf zurückgreifen, wenn er lediglich zur schnellen Beruhigung nötig ist. Länger als ein bis zwei Jahre sollte ein Kind den Schnuller nicht nehmen, da es sonst bleibende Auswirkungen auf das Sprechen und die Zahnstellung hat.

Autor: Julia Spätling, Kinderkrankenschwester und Leiterin der Familienschule Fulda

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Welche Alternativen zu einem Schnuller gibt es, wenn das Baby diesen kategorisch ablehnt?

Falls Schnuller vom Baby verweigert werden, sind Brust, Finger und Tücher zum Saugen mögliche Alternativen. Aber auch Körperkontakt und sanfte Laute können das Kind beruhigen.

Obwohl der Saugreflex angeboren ist, gibt es Kinder, die keinen Schnuller nehmen, zum einen, weil sie vollgestillt sind, zum anderen vermutlich wegen des Plastikgeschmacks. Sich an der Brust weiterhin glücklich zu nuckeln, ist für viele Säuglinge auch wegen der körperlichen Nähe eine angenehme Variante, kann aber für die Mutter belastend sein. Für manche Babys ist der Daumen eine Alternative, für andere Mamas Finger oder ein Nuckeltuch. Wenn auch dies nicht greift, bleibt den Eltern, nach Ausschluss aller Gründe des Weinens, ruhig zu bleiben, wenn das Baby weint, und es durch Körperkontakt, Vorsingen, sanftes Sprechen und Streicheln zu beruhigen versuchen.

Autor: Julia Spätling, Leiterin der Familienschule

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Ist es besser, dass ich mein Kind in einem Tuch herumtrage oder darf ich es auch in die Babywippe legen oder muss ich es sogar meistens hinlegen?

Die oft geäußerte Befürchtung, das Kind würde durch Herumtragen Schaden am Rücken nehmen, rührt noch aus der Zeit, als es auf Grund der Vitamin D Mangelkrankheit Rachitis zu Knochendeformitäten kommen konnte. Ein gesundes Kind bekommt durch Herumtragen keinen Schaden. Früher wurden die Kinder meist herumgetragen, was ihr Bedürfnis nach Körperkontakt und Bewegung am besten entspricht. Kinder, die in den ersten drei Monaten herumgetragen werden, schreien weniger. Der wache Säugling sollte abwechselnd auf den Bauch, auf dem Rücken oder in halb sitzender Haltung sein. Eine gute Unterstützung hat man hierbei auch durch Babywippen, die man mit ansteigendem Alter steiler stellen kann.

Quelle: Remo H. Largo, Babyjahre, Piper Verlag München Zürich, 2012

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Fulda a.D.

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