Belastung – Das Schreien unseres sechs Wochen alten Kindes bringt uns an den Rand unserer Kräfte. Was können wir tun?

Es geht vielen Eltern so. Bald nimmt das Schreien wieder ab. Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Wenn Sie meinen, es nicht zu schaffen, lassen Sie sich helfen.
Säuglinge schreien in den ersten vier Wochen eher selten. Das Schreien erreicht etwa in der 6.-8. Lebenswoche des Säuglings seinen Höhepunkt und kann mehrere Stunden andauern. Man weiß aber, dass die Schreiperioden nach dieser Phase kürzer werden. Das Schreien wird v.a. dann als belastend erlebt, wenn nichts zu helfen scheint. Wut, Frustration und Unsicherheit können dabei bei Eltern ausgelöst werden. Sie befürchten vor allem, schlechte Eltern zu sein. In diesen Situationen ist es wichtig, sich nicht sinnlos zu hinterfragen, versuchen einen kühlen Kopf zu wahren, auf das Kind feinfühlig und sensitiv einzugehen und wenn nötig auch Unterstützung zu suchen. Das laute und oft lang andauernde Schreien des Kindes bringt viele Eltern an ihre Grenzen und oft zur Verzweiflung. In dieser Ohnmacht und Hilflosigkeit versuchen sie ihr Kind beispielsweise durch Schütteln zur Ruhe zu bringen. Die Schäden des Schüttelns sind fatal und führen in vielen Fällen zum Tod des Säuglings.
Tipp:
Ziehen Sie die Notbremse, wenn Sie merken, dass Sie das Geschrei des Säuglings an Ihre Grenzen bringt. Unterbrechen Sie Ihre Aktivität, versuchen Sie durch Singen, Wiegen oder Tragen das Kind zu beruhigen. Wenn alles nichts bringt, legen Sie es in sein Bettchen und verlassen Sie das Zimmer, um sich selber zu beruhigen. Rufen Sie jemanden an, der Ihnen helfen und sich um das Kind kümmern kann. Überlegen Sie später zusammen mit ihrem Partner oder mit anderen, erfahrenen Personen, wie Sie das Kind künftig besser beruhigen können. Suchen Sie auch fachliche Unterstützung.

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Autoren: Prof. Dr. Guy Bodenmann und Valentina Anderegg, MSc: Psychologisches Institut der Universität Zürich: Abteilung Klinische Psychologie mit Schwerpunkt Kinder/Jugendliche und Paare/Familie