Beckenendlage: Unterschied zwischen den Versionen

 
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'''Bei einer Beckenendlage liegt das Kind mit dem Köpfchen nach oben. Deshalb muss zuvor festgelegt werden, ob eine normale Geburt möglich ist oder ein Kaiserschnitt durchgeführt werden muss.'''
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[[Image: Getty 57441502 22.jpg |Quelle: Getty|thumb|right]]
  
Unter einer Beckenendlage versteht man, dass das Köpfchen des Kindes nicht wie üblich im Becken der Mutter liegt, also nach unten gerichtet ist, sondern „falsch herum“ nach oben. Das Köpfchen des Kindes ist so gut wie immer dicker als sein Rumpf. Der Grund, der bei den Müttern, Hebammen und Ärzten eine gewisse Unruhe auslöst, ist das Wissen, dass nach geborenem Steiß der Kopf folgen muss. Das Köpfchen muss sicher durch den Geburtskanal passen. Diese allgemeine Verunsicherung hat dazu geführt, dass bei fast allen ersten Kindern in Beckenendlage ein vorsorglicher Kaiserschnitt durchgeführt wird. Dies ist aber nicht unbedingt nötig. Ist das Kind nicht zu schwer, besteht kein Schwangerschaftsdiabetes, geht die Schwangerschaft nicht über den errechneten Geburtstermin hinaus, ist das Becken der Mutter normal und das geburtshilfliche Team in der Beckenendlagenentbindung erfahren, so kann auch das erste Kind natürlich geboren werden. Gemeinsam mit der Hebamme und dem Geburtshelfer (nicht dem niedergelassenen Frauenarzt, da er üblicherweise bei der Geburt nicht dabei sein wird) wird die werdende Mutter sich für den richtigen Weg entscheiden.
 
  
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''Liegt das Baby mit dem Steiß nach unten, kann in den letzten Monaten versucht werden, eine spontane Drehung zu unterstützen oder eine Wendung zu versuchen. Oft entschließt man sich zu einem geplanten Kaiserschnitt. Bei einer spontanen Geburt leitet der Geburtshelfer das Kind mit den Händen aus dem Geburtskanal.''
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Über viele Monate dreht sich das Baby in der Gebärmutter und liegt oft mit dem Köpfchen nach oben. Eine besondere Betreuung wird erst eingeleitet, wenn das Köpfchen noch nach der abgeschlossenen 36. Schwangerschaftswoche oben liegt. Ist in den Wochen davor das Köpfchen konstant oben, versuchen viele Hebammen, mit verschiedenen Maßnahmen eine spontane Drehung des Kindes zu unterstützen. Hierzu gehören [https://de.wikipedia.org/wiki/Akupunktur Akupunktur], [https://de.wikipedia.org/wiki/Akupressur Akupressur], [https://de.wikipedia.org/wiki/Moxibustion Moxibustion] und physikalische Maßnahmen, wie die [[Indische Brücke - So geht die Indische Bücke (Tipp)|Indische Brücke]], Wassergymnastik und andere. In der Geburtsklinik erfolgt eine intensive Mitbetreuung. Unter Umständen kann von einem erfahrenen Team ein Wendungsversuch von außen durchgeführt werden. Möglicherweise ist auch ein geplanter Kaiserschnitt der richtige Weg. Liegen keine Gründe gegen eine spontane Geburt vor, ähnelt der Geburtsverlauf bis zu einem gewissen Zeitpunkt dem einer normalen Geburt. Eine Periduralanästhesie sollte durchgeführt werden. Ist der Steiß weit genug geboren, leitet der Geburtshelfer bei mütterlicher Rückenlage das Kind mit beiden Händen um das Schambein, Ärmchen und Kopf folgen und das Kind ist geboren. Es gibt auch Kliniken, in denen die Beckenendlagengeburt im Vierfüßlerstand erfolgt. Vertrauen gegenüber Hebamme und dem geburtshilflichen Team, die den besten Weg finden werden, ist wichtig.
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Autor: [[Benutzer:LudwigSpaetling|Prof. Dr. Ludwig Spätling]], Direktor der Frauenklinik Fulda a. D.
 
Autor: [[Benutzer:LudwigSpaetling|Prof. Dr. Ludwig Spätling]], Direktor der Frauenklinik Fulda a. D.

Aktuelle Version vom 10. Juli 2019, 10:50 Uhr

Quelle: Getty


Liegt das Baby mit dem Steiß nach unten, kann in den letzten Monaten versucht werden, eine spontane Drehung zu unterstützen oder eine Wendung zu versuchen. Oft entschließt man sich zu einem geplanten Kaiserschnitt. Bei einer spontanen Geburt leitet der Geburtshelfer das Kind mit den Händen aus dem Geburtskanal.

Über viele Monate dreht sich das Baby in der Gebärmutter und liegt oft mit dem Köpfchen nach oben. Eine besondere Betreuung wird erst eingeleitet, wenn das Köpfchen noch nach der abgeschlossenen 36. Schwangerschaftswoche oben liegt. Ist in den Wochen davor das Köpfchen konstant oben, versuchen viele Hebammen, mit verschiedenen Maßnahmen eine spontane Drehung des Kindes zu unterstützen. Hierzu gehören Akupunktur, Akupressur, Moxibustion und physikalische Maßnahmen, wie die Indische Brücke, Wassergymnastik und andere. In der Geburtsklinik erfolgt eine intensive Mitbetreuung. Unter Umständen kann von einem erfahrenen Team ein Wendungsversuch von außen durchgeführt werden. Möglicherweise ist auch ein geplanter Kaiserschnitt der richtige Weg. Liegen keine Gründe gegen eine spontane Geburt vor, ähnelt der Geburtsverlauf bis zu einem gewissen Zeitpunkt dem einer normalen Geburt. Eine Periduralanästhesie sollte durchgeführt werden. Ist der Steiß weit genug geboren, leitet der Geburtshelfer bei mütterlicher Rückenlage das Kind mit beiden Händen um das Schambein, Ärmchen und Kopf folgen und das Kind ist geboren. Es gibt auch Kliniken, in denen die Beckenendlagengeburt im Vierfüßlerstand erfolgt. Vertrauen gegenüber Hebamme und dem geburtshilflichen Team, die den besten Weg finden werden, ist wichtig.

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Pathologie unter der Geburt

Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik Fulda a. D.