Eltern werden - Realistische Erwartungen an die Elternschaft. Gute Vorbereitung reduziert Enttäuschungen (HB): Unterschied zwischen den Versionen

 
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Thurmaier, F./Engl, J. (2001): Ein Partnerschaftliches Lernprogramm (EPL) - Kursleiterausbildermanual, München
 
Thurmaier, F./Engl, J. (2001): Ein Partnerschaftliches Lernprogramm (EPL) - Kursleiterausbildermanual, München
  
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Aktuelle Version vom 26. März 2020, 12:19 Uhr

Quelle: Bigstock

Ziel der Vermittlung von familienvorbereitenden Inhalten ist es, Eltern mehr Sicherheit in ihrer Partnerschaft zu geben und anpassungsfähiger für Veränderungen zu machen.

Realistische Erwartungen an die Elternschaft sind das A und O bei dem Prozess der Elternwerdung.
Schaut man sich die einzelnen Anteile des Lebensalltags von Eltern an, so müssen mehrere Bereiche bereits vor der Geburt klar zwischen den Partnern besprochen, geklärt und diese auch nach der Geburt immer wieder untereinander angesprochen werden:

* Welche Erwartungen habe ich an den Partner und welche Vorstellung von Elternsein hat er/sie?
* Wann habe ich Stress im Alltag und wie erkenne ich ihn?
* Welche Bedürfnisse habe ich und wie befriedige ich sie? 
* Wie pflege ich meine Partnerschaft?
* Was bedeutet wertschätzende Kommunikation?
* Wie organisiere ich meinen Alltag mit Kind?

Gerade die veränderten Lebensumstände führen bei Mutter und Vater häufig zu Enttäuschungen in Bezug auf ihre Bedürfnisse, z. B. nicht ausreichende Absprachen, Überforderung und fehlende Entlastung. Eltern ist oft nicht klar, dass das Elternwerden wie die Reise in ein fremdes Land mit fremder Kultur und fremder Sprache ist, welche sie erst erlernen müssen. Wie der einzelne Elternteil mit den Herausforderungen des Familiewerdens umgeht, ist abhängig von seiner Selbstorganisation.

Die generellen Probleme, mit denen Eltern in ihrem Alltag kämpfen, sind zusammengefasst folgende:

 * Die Zeit für sich selbst und für die Partnerschaft ist knapper.
 * Die körperlichen Ressourcen werden geringer.
 * Die Bedürfnisse des Partners können nicht optimal erfüllt werden.
 * Man hat kaum gelernt, seine Bedürfnisse wahrzunehmen, drückt sie eventuell weg und redet nicht über sie. 
 * Die Kommunikation über Gefühle ist immer schwer.
 * Man hat oft unzureichend gelernt, Konflikte lösungsorientiert zu bearbeiten.
 * Es fehlt oft das Vokabular und die positiv orientierte Gesprächsführung, wie z. B. aktives wertschätzendes Zuhören 
 * Man hat ein geringes Handlungsrepertoire in Stresssituationen. Hinzu kommt, dass die Arbeitsverteilung im Alltag oft nicht befriedigend für die Beteiligten gelingt.

Autor: Julia Spätling, Diplom-Heilpädagogin, Kinderkrankenschwester, Leiterin der Familienschule Fulda

Beiträge zum Thema:


Kursmaterialien zum Thema auf der Internetseite der Familienschule Fulda


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