Geburt mit Saugglocke oder Zange: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 10. Juli 2019, 11:26 Uhr

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Wenn die Geburt aus mütterlichen oder kindlichen Gründen beendet werden muss und das kindliche Köpfchen tief im Becken steht, nutzt man eine Geburtszange oder die Saugglocke.

Es kommt bisweilen vor, dass das kindliche Köpfchen trotz guter Wehen vom festen Beckenboden zurückgehalten wird. So kommt es zu einem Geburtsstillstand, der nicht zu lange andauern sollte. Manchmal beobachtet man „schlechte Herztöne“, eine Herzfrequenz, die signalisiert, dass es dem Baby möglicherweise nicht gut geht. Wenn das Köpfchen leicht von der Zange (Forzeps) erreicht werden kann, so führt der darin Geübte eine Zangenentbindung durch. Liegt das Köpfchen nicht so optimal, was meistens der Fall ist, ist eine Vakuumextraktion (Saugglocke) sinnvoll. Bei der Zangenentbindung werden nach einer örtlichen Betäubung die beiden Zangenlöffel seitlich an das Köpfchen gelegt und gleichzeitig zu den Wehen mit kleinen Hin-und-Her-Bewegungen nach außen gezogen. Ein Dammschnitt ist immer erforderlich. Die Saugglocke wird auf das Köpfchen gelegt und mit einer Hand- oder elektrischen Pumpe langsam ein Unterdruck aufgebaut. Hierdurch füllen sich die Venen in der Kopfhaut, die in die Glocke gesaugt wird. Nach einer örtlichen Betäubung zieht der Geburtshelfer nun an der Glockenkette ebenfalls mit kleinen Hin-und-Her-Bewegungen und damit das Köpfchen nach außen. Ein Dammschnitt ist erforderlich. Das Baby hat danach eine deutliche und bläuliche Erhebung auf seinem Köpfchen, die meist nach ein paar Stunden verschwunden ist.

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Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik Fulda a.D.