Geburtsverlauf - Verzögerter/protrahierter Geburtsverlauf: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 10. Juli 2019, 11:18 Uhr

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Werden unter der Geburt gewisse Zeitspannen überschritten, so können für die Mutter, aber auch für das Kind Nachteile entstehen. Deshalb sind regelmäßige Untersuchungen zum Geburtsfortschritt und ggf. besondere Maßnahmen notwendig.

Die Geburt teilt sich in eine Eröffnungsperiode und eine Austreibungsperiode. Die normale Dauer einer Eröffnungsperiode beträgt vom Beginn regelmäßiger Wehen knapp 8 Stunden. Der Geburtsverlauf bei Mehrgebärenden ist mit knapp 6 Stunden kürzer. Die Austreibungsperiode beginnt mit dem vollständig eröffneten Muttermund. Sie sollte bei Erstgebärenden 2 Stunden und bei Mehrgebärenden 1 Stunde nicht überschreiten. Man definiert eine frühe Austreibungsperiode und eine Pressperiode, die bei Erstgebärenden 30 Minuten, bei Mehrgebärenden 20 Minuten nicht überschreiten sollte. Werden die angegebenen Zeiträume überschritten, spricht man von einer verzögerten/protrahierten Geburt, respektive Geburtsphasen. Dafür gibt es in der Eröffnungsperiode folgende Gründe: Angst und Stress, Überdehnung der Gebärmutter durch Mehrlinge oder viel Fruchtwasser, Kopf-Becken-Missverhältnis, aber auch Adipositas u. a. Gründe in der Austreibungsperiode sind eine regelwidrige Einstellung des Köpfchens, ein Kopf-Becken-Missverhältnis, zu geringe Austreibungskräfte und Regionalanästhesie (PDA) u. a.

Maßnahmen bei protrahiertem Geburtsverlauf sind neben Stressabbau im Wesentlichen die Stärkung der Muskelkraft durch Oxytocin als fein dosierbare Infusion. Lässt sich das Problem so nicht beeinflussen, muss zu operativen Maßnahmen gegriffen werden.


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Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik Fulda a.D.