Gefahren im Haushalt - Wie kann ich mein Kind vor einem Unfall im Haushalt schützen?: Unterschied zwischen den Versionen

 
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'''Kinder können nicht den ganzen Tag beaufsichtigt werden. Viele Unfälle im Haushalt können aber verhindert werden: Lassen Sie z. B. ihr Kind niemals unbeaufsichtigt auf dem Wickeltisch, in der Badewanne, im Kinderwagen oder im Hochstuhl, wenn diese nicht ausreichend gesichert sind und bringen Sie an Steckdosen, Treppen, vor dem Herd, an Schränken und Türen Sicherheitsvorkehrungen an.'''
 
'''Kinder können nicht den ganzen Tag beaufsichtigt werden. Viele Unfälle im Haushalt können aber verhindert werden: Lassen Sie z. B. ihr Kind niemals unbeaufsichtigt auf dem Wickeltisch, in der Badewanne, im Kinderwagen oder im Hochstuhl, wenn diese nicht ausreichend gesichert sind und bringen Sie an Steckdosen, Treppen, vor dem Herd, an Schränken und Türen Sicherheitsvorkehrungen an.'''
  
 
Die häufigsten Gefahrenquellen im Haushalt und unterwegs:
 
Die häufigsten Gefahrenquellen im Haushalt und unterwegs:
  
*Babybett: Gitter sollte immer bis zur Brust reichen.
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*'''Babybett''': Gitter sollte immer bis zur Brust reichen.
*Wickeltisch: Die Kinder richten sich teilweise auf und drehen sich, also: immer eine Hand am Kind!
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*'''Wickeltisch''': Die Kinder richten sich teilweise auf und drehen sich, also: immer eine Hand am Kind!
*Boden: Es wird alles aufgelesen und in den Mund gesteckt (Knöpfe, Erde, Nägel, Papier etc.), also oft saugen und alles was herunterfällt, sofort wieder aufheben.
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*'''Boden''': Es wird alles aufgelesen und in den Mund gesteckt (Knöpfe, Erde, Nägel, Papier etc.), also oft saugen und alles was herunterfällt, sofort wieder aufheben.
*Baby-Badewanne/Badewanne: Das Baby zieht sich an der Wand hoch und die Wanne kippt, Kind rutsch aus und gerät mit dem Kopf unter Wasser und verliert die Orientierung, also Kind nicht alleine lassen.
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*'''Baby-Badewanne/Badewanne''': Das Baby zieht sich an der Wand hoch und die Wanne kippt, Kind rutsch aus und gerät mit dem Kopf unter Wasser und verliert die Orientierung, also Kind nicht alleine lassen.
*Auto: Niemals ohne Kindersitz fahren und das Kind im Sitz immer anschnallen, Sitzschale gegen die Fahrtrichtung anbringen, Gurte ausreichend festziehen, denn die Kinder winden sich heraus.
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*'''Auto''': Niemals ohne Kindersitz fahren und das Kind im Sitz immer anschnallen, Sitzschale gegen die Fahrtrichtung anbringen, Gurte ausreichend festziehen, denn die Kinder winden sich heraus.
*Kinderwagen: Richtet sich jetzt immer mehr auf und versucht, sich zu drehen, Kind im Sitz anschnallen.
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*'''Kinderwagen''': Das Kind richtet sich jetzt immer mehr auf und versucht, sich zu drehen, Kind im Sitz anschnallen.
*Bügeleisen und -brett: Kind zieht am Kabel, wenn Mama bügelt oder versucht, sich am Bügelbrett aufzurichten, also am besten nicht in Anwesenheit des Kindes bügeln oder es dann in einen Laufstall setzen.
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*'''Bügeleisen und -brett''': Kind zieht am Kabel, wenn Mama bügelt oder versucht, sich am Bügelbrett aufzurichten, also am besten nicht in Anwesenheit des Kindes bügeln oder es dann in einen Laufstall setzen.
*Herd: Heiße Flüssigkeiten können herunterspritzen, Töpfe werden angefasst, die Ofentür ist kochend heiß.
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*'''Herd''': Heiße Flüssigkeiten können herunterspritzen, Töpfe werden angefasst, die Ofentür ist kochend heiß.
*Kachelofen: Immer Absperrgitter benutzen, Kind kann sich lebensgefährlich verbrennen.
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*'''Kachelofen''': Immer Absperrgitter benutzen, Kind kann sich lebensgefährlich verbrennen.
*Tischdecken: Kind versucht, sich hochzuziehen, Decke plus Teller etc. rutschen herunter.
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*'''Tischdecken''': Kind versucht, sich hochzuziehen, Decke plus Teller, etc. rutschen herunter.
*Putzmittel: Die unteren Schränke werden aufgemacht, also keine Putzmittel in den unteren Schränken aufbewahren oder Kindersicherung anbringen
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*'''Putzmittel''': Die unteren Schränke werden aufgemacht, also keine Putzmittel in den unteren Schränken aufbewahren oder Kindersicherung anbringen.
*Regale: Kind zieht sich daran hoch, sie können auf das Kind kippen.
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*'''Regale''': Kind zieht sich daran hoch, sie können auf das Kind kippen.
*Treppen: Kind versucht Kopfüber herunterzukrabbeln, also Gitter anbringen.
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*'''Treppen''': Kind versucht Kopfüber herunterzukrabbeln, also Gitter anbringen.
*Mülleimer: Werden ausgeräumt und der Inhalt verzehrt, wenn gut erreichbar, also kindersichere Mülleimer benutzen
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*'''Mülleimer''': Werden ausgeräumt und der Inhalt verzehrt, wenn gut erreichbar, also kindersichere Mülleimer benutzen
*Blumentöpfe: Erde enthält Schimmelsporen, Damenstrumpf über den Topf ziehen.
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*'''Blumentöpfe''': Erde enthält Schimmelsporen, Damenstrumpf über den Topf ziehen.
*Plastiktüten: Werden gerne über den Kopf gestülpt, Kind kann ersticken, daher immer sofort wegräumen.
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*'''Plastiktüten''': Werden gerne über den Kopf gestülpt, Kind kann ersticken, daher immer sofort wegräumen.
*Hochstühle: Die meisten Hochstühle sind nicht „ausstiegssicher“. Die Kinder können sich herausheben und stehen dann auf der Sitzfläche. Meist wird eine zusätzliche Gurtkonstruktion mitgeliefert, die angewendet werden sollte. Das Kind also niemals unbeaufsichtigt im Stuhl zurücklassen.
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*'''Hochstühle''': Die meisten Hochstühle sind nicht „ausstiegssicher“. Die Kinder können sich herausheben und stehen dann auf der Sitzfläche. Meist wird eine zusätzliche Gurtkonstruktion mitgeliefert, die angewendet werden sollte. Das Kind also niemals unbeaufsichtigt im Stuhl zurücklassen.
*Fenster: Niemals Kind bei geöffnetem Fenster unbeaufsichtigt lassen, keine Stühle Sofas o.ä. davor stehen lassen.
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*'''Fenster''': Niemals Kind bei geöffnetem Fenster unbeaufsichtigt lassen, keine Stühle Sofas o. ä. davor stehen lassen.
*Gartenteiche, Brunnen: Kind niemals unbeaufsichtigt lassen, da auch bei niedrigem Wasserspiegel die Kinder die Orientierung verlieren und ertrinken können. Zur doppelten Sicherheit kann man einen Bewegungsmelder mit schrillem Piepton montieren oder ein Netz über den Teich spannen.
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*'''Gartenteiche, Brunnen''': Kind niemals unbeaufsichtigt lassen, da auch bei niedrigem Wasserspiegel die Kinder die Orientierung verlieren und ertrinken können. Zur doppelten Sicherheit kann man einen Bewegungsmelder mit schrillem Piepton montieren oder ein Netz über den Teich spannen.
  
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Aktuelle Version vom 12. Februar 2020, 11:15 Uhr

Quelle: Getty


Kinder können nicht den ganzen Tag beaufsichtigt werden. Viele Unfälle im Haushalt können aber verhindert werden: Lassen Sie z. B. ihr Kind niemals unbeaufsichtigt auf dem Wickeltisch, in der Badewanne, im Kinderwagen oder im Hochstuhl, wenn diese nicht ausreichend gesichert sind und bringen Sie an Steckdosen, Treppen, vor dem Herd, an Schränken und Türen Sicherheitsvorkehrungen an.

Die häufigsten Gefahrenquellen im Haushalt und unterwegs:

  • Babybett: Gitter sollte immer bis zur Brust reichen.
  • Wickeltisch: Die Kinder richten sich teilweise auf und drehen sich, also: immer eine Hand am Kind!
  • Boden: Es wird alles aufgelesen und in den Mund gesteckt (Knöpfe, Erde, Nägel, Papier etc.), also oft saugen und alles was herunterfällt, sofort wieder aufheben.
  • Baby-Badewanne/Badewanne: Das Baby zieht sich an der Wand hoch und die Wanne kippt, Kind rutsch aus und gerät mit dem Kopf unter Wasser und verliert die Orientierung, also Kind nicht alleine lassen.
  • Auto: Niemals ohne Kindersitz fahren und das Kind im Sitz immer anschnallen, Sitzschale gegen die Fahrtrichtung anbringen, Gurte ausreichend festziehen, denn die Kinder winden sich heraus.
  • Kinderwagen: Das Kind richtet sich jetzt immer mehr auf und versucht, sich zu drehen, Kind im Sitz anschnallen.
  • Bügeleisen und -brett: Kind zieht am Kabel, wenn Mama bügelt oder versucht, sich am Bügelbrett aufzurichten, also am besten nicht in Anwesenheit des Kindes bügeln oder es dann in einen Laufstall setzen.
  • Herd: Heiße Flüssigkeiten können herunterspritzen, Töpfe werden angefasst, die Ofentür ist kochend heiß.
  • Kachelofen: Immer Absperrgitter benutzen, Kind kann sich lebensgefährlich verbrennen.
  • Tischdecken: Kind versucht, sich hochzuziehen, Decke plus Teller, etc. rutschen herunter.
  • Putzmittel: Die unteren Schränke werden aufgemacht, also keine Putzmittel in den unteren Schränken aufbewahren oder Kindersicherung anbringen.
  • Regale: Kind zieht sich daran hoch, sie können auf das Kind kippen.
  • Treppen: Kind versucht Kopfüber herunterzukrabbeln, also Gitter anbringen.
  • Mülleimer: Werden ausgeräumt und der Inhalt verzehrt, wenn gut erreichbar, also kindersichere Mülleimer benutzen
  • Blumentöpfe: Erde enthält Schimmelsporen, Damenstrumpf über den Topf ziehen.
  • Plastiktüten: Werden gerne über den Kopf gestülpt, Kind kann ersticken, daher immer sofort wegräumen.
  • Hochstühle: Die meisten Hochstühle sind nicht „ausstiegssicher“. Die Kinder können sich herausheben und stehen dann auf der Sitzfläche. Meist wird eine zusätzliche Gurtkonstruktion mitgeliefert, die angewendet werden sollte. Das Kind also niemals unbeaufsichtigt im Stuhl zurücklassen.
  • Fenster: Niemals Kind bei geöffnetem Fenster unbeaufsichtigt lassen, keine Stühle Sofas o. ä. davor stehen lassen.
  • Gartenteiche, Brunnen: Kind niemals unbeaufsichtigt lassen, da auch bei niedrigem Wasserspiegel die Kinder die Orientierung verlieren und ertrinken können. Zur doppelten Sicherheit kann man einen Bewegungsmelder mit schrillem Piepton montieren oder ein Netz über den Teich spannen.

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Weitere Informationen zur Kindersicherheit unter www.kindersicherheit.de

Autor: Julia Spätling, Diplom-Heilpädagogin, Kinderkrankenschwester, Leiterin der Familienschule Fulda