Kaiserschnitt - Wenn Kaiserschnitt, dann so natürlich wie möglich: Unterschied zwischen den Versionen

 
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Wenn in der ersten Phase des Kaiserschnitts auf das Op-Tuch zum Sichtschutz verzichtet wird, kann die Mutter die Entwicklung (Geburt) ihres Kindes verfolgen. Muss ein Kaiserschnitt erfolgen, so wird dieser als Kaisergeburt deutlich „natürlicher“.
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'''Wenn in der ersten Phase des Kaiserschnitts auf das Op-Tuch zum Sichtschutz verzichtet wird, kann die Mutter die Entwicklung (Geburt) ihres Kindes verfolgen. Muss ein Kaiserschnitt erfolgen, so wird dieser als Kaisergeburt deutlich „natürlicher“.'''
  
 
Unter einer Kaisergeburt versteht man, dass die Mutter bei der Entwicklung des Kindes während des Kaiserschnitts zusehen kann. Nachdem der Vater die Nabelschnur durchschnitten hat, bekommt die Mutter ihr Kind zum „[https://de.wikipedia.org/wiki/Nestw%C3%A4rme#Rooming-in_und_Bonding Bonden]“ auf ihre Brust, während das Op-Tuch zum Op-Feld aufgespannt wird.
 
Unter einer Kaisergeburt versteht man, dass die Mutter bei der Entwicklung des Kindes während des Kaiserschnitts zusehen kann. Nachdem der Vater die Nabelschnur durchschnitten hat, bekommt die Mutter ihr Kind zum „[https://de.wikipedia.org/wiki/Nestw%C3%A4rme#Rooming-in_und_Bonding Bonden]“ auf ihre Brust, während das Op-Tuch zum Op-Feld aufgespannt wird.
 
Nachdem ungefähr ein Drittel aller Geburten mit einem Kaiserschnitt enden und davon die Hälfte geplant, ist der Kaiserschnitt ein Geburtsverfahren, auf das die werdende Mutter vorbereitet sein muss. Muss ein Kind mit Hilfe einer Operation auf die Welt kommen, so sollte dieses, wenn es die Situation erlaubt, so natürlich wie möglich erfolgen. Der australische Frauenarzt Nick Fisk entwickelte das Verfahren, dem Prof. Wolfgang Henrich von der Berliner Charité den Namen Kaisergeburt gab.  
 
Nachdem ungefähr ein Drittel aller Geburten mit einem Kaiserschnitt enden und davon die Hälfte geplant, ist der Kaiserschnitt ein Geburtsverfahren, auf das die werdende Mutter vorbereitet sein muss. Muss ein Kind mit Hilfe einer Operation auf die Welt kommen, so sollte dieses, wenn es die Situation erlaubt, so natürlich wie möglich erfolgen. Der australische Frauenarzt Nick Fisk entwickelte das Verfahren, dem Prof. Wolfgang Henrich von der Berliner Charité den Namen Kaisergeburt gab.  
Mit nur wenigen Umstellungen in der Op-Vorbereitung und -Durchführung kann erreicht werden, dass wesentliche für die Bindung wichtige Elemente der Geburt auch bei einem Kaiserschnitt zur Wirkung kommen. Es bleibt zu wünschen, dass alle Kaiserschnitte, die nicht in Notsituationen durchgeführt werden müssen, in Zukunft als Kaisergeburt erfolgen können.
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Mit nur wenigen Umstellungen in der OP-Vorbereitung und -Durchführung kann erreicht werden, dass wesentliche für die Bindung wichtige Elemente der Geburt auch bei einem Kaiserschnitt zur Wirkung kommen. Es bleibt zu wünschen, dass alle Kaiserschnitte, die nicht in Notsituationen durchgeführt werden müssen, in Zukunft als Kaisergeburt erfolgen können.
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[[Benutzer:LudwigSpaetling|Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik Fulda a.D.]]
 
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[[File:Kaisergeburt.jpg|thumb|left|frame|J Smith,a F Plaat,b and NM Fiska,c 2008 The natural caesarean: a woman-centred technique BJOG. 115(8): 1037–1042.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2613254/]]
 
[[File:Kaisergeburt.jpg|thumb|left|frame|J Smith,a F Plaat,b and NM Fiska,c 2008 The natural caesarean: a woman-centred technique BJOG. 115(8): 1037–1042.  https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2613254/]]
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
  

Aktuelle Version vom 11. Juli 2019, 10:52 Uhr

Wenn in der ersten Phase des Kaiserschnitts auf das Op-Tuch zum Sichtschutz verzichtet wird, kann die Mutter die Entwicklung (Geburt) ihres Kindes verfolgen. Muss ein Kaiserschnitt erfolgen, so wird dieser als Kaisergeburt deutlich „natürlicher“.

Unter einer Kaisergeburt versteht man, dass die Mutter bei der Entwicklung des Kindes während des Kaiserschnitts zusehen kann. Nachdem der Vater die Nabelschnur durchschnitten hat, bekommt die Mutter ihr Kind zum „Bonden“ auf ihre Brust, während das Op-Tuch zum Op-Feld aufgespannt wird. Nachdem ungefähr ein Drittel aller Geburten mit einem Kaiserschnitt enden und davon die Hälfte geplant, ist der Kaiserschnitt ein Geburtsverfahren, auf das die werdende Mutter vorbereitet sein muss. Muss ein Kind mit Hilfe einer Operation auf die Welt kommen, so sollte dieses, wenn es die Situation erlaubt, so natürlich wie möglich erfolgen. Der australische Frauenarzt Nick Fisk entwickelte das Verfahren, dem Prof. Wolfgang Henrich von der Berliner Charité den Namen Kaisergeburt gab. Mit nur wenigen Umstellungen in der OP-Vorbereitung und -Durchführung kann erreicht werden, dass wesentliche für die Bindung wichtige Elemente der Geburt auch bei einem Kaiserschnitt zur Wirkung kommen. Es bleibt zu wünschen, dass alle Kaiserschnitte, die nicht in Notsituationen durchgeführt werden müssen, in Zukunft als Kaisergeburt erfolgen können.

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Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik Fulda a.D.

J Smith,a F Plaat,b and NM Fiska,c 2008 The natural caesarean: a woman-centred technique BJOG. 115(8): 1037–1042. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2613254/


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