Partnerschaft - Der Übergang zur Elternschaft (HB): Unterschied zwischen den Versionen

 
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Aktuelle Version vom 26. März 2020, 12:13 Uhr

Quelle: Getty

Obwohl die Geburt eines Kindes von den meisten Eltern als ein freudiges Ereignis erlebt wird, stellt der Übergang zur Elternschaft für viele Paare eine Herausforderung dar. Darüber hinaus berichtet die Mehrheit nach der Geburt eines Kindes über eine deutliche Verschlechterung ihrer Partnerschaftszufriedenheit.

Diese Verschlechterung ist stärker ausgeprägt im Vergleich zu Paaren ohne Kinder. Die Gründe hierfür sind vielfältig. So stellen insbesondere der chronische Schlafmangel sowie die durch ein Kind zusätzlich entstehenden Aufgaben im Haushalt alltägliche Herausforderungen für junge Eltern dar. Auch die Rolle der Eltern als Paar muss nach der Geburt eines Kindes neu definiert werden. Während man vorher nur zu zweit war, bleibt nach der Geburt eines Kindes kaum mehr Zeit für Paaraktivitäten sowie eigene Hobbys und soziale Kontakte.

Auch der emotionale und kommunikative Austausch eines Paares verändert sich in der Zeit um die Geburt. So sprechen Paare weniger über ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche als Individuum oder als Paar, sondern vielmehr über die Alltagsaktivitäten und die Pflege des Kindes. Bezogen auf die Sexualität kommt es nach der Geburt eines Kindes häufig ebenfalls zu Veränderungen. So werden vor allem bei der Mutter durch die körperliche Nähe zum Kind, wie sie insbesondere beim Stillen entsteht, Bedürfnisse befriedigt, sodass bei ihr kaum oder überhaupt kein Wunsch nach sexuellem Austausch mit dem Partner besteht. All diese Veränderungen können zu Enttäuschungen und sogar Frustration führen, die sich negativ auf die Partnerschaft auswirken. Viele Eltern fühlen sich mit ihrer neuen Rolle und den damit einhergehenden Veränderungen überfordert und erleben sich als sehr gestresst, was ihr Risiko für die Entwicklung psychischer Probleme wie Depressionen oder Ängste erhöht. Als besonders problematisch erweist sich darüber hinaus, dass es einigen Paaren nicht gelingt, diese Belastung zu überwinden, sodass Partnerschaftsprobleme und -konflikte zur „neuen Normalität“ werden, die in der Folge nicht selten in einer Trennung oder Scheidung enden.

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Autoren: Kurt Hahlweg und Dr. rer. nat. Ann-Katrin Job


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Literatur:

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