Wochenbett: Unterschied zwischen den Versionen

 
Zeile 1: Zeile 1:
 +
[[Image: Getty 57441662 22.jpg |Quelle: Getty|thumb|right]]
 +
 
Das Wochenbett beginnt mit der Geburt des Mutterkuchens. Zu diesem Zeitpunkt beginnt die Rückbildung. Unter Rückbildung versteht man die Normalisierung der durch die Schwangerschaft veränderten Organe und körperlichen Funktionen.  
 
Das Wochenbett beginnt mit der Geburt des Mutterkuchens. Zu diesem Zeitpunkt beginnt die Rückbildung. Unter Rückbildung versteht man die Normalisierung der durch die Schwangerschaft veränderten Organe und körperlichen Funktionen.  
 
   
 
   

Aktuelle Version vom 11. Juli 2019, 11:27 Uhr

Quelle: Getty

Das Wochenbett beginnt mit der Geburt des Mutterkuchens. Zu diesem Zeitpunkt beginnt die Rückbildung. Unter Rückbildung versteht man die Normalisierung der durch die Schwangerschaft veränderten Organe und körperlichen Funktionen.

Dauerkontraktionen der Gebärmuttermuskulatur komprimieren zunächst die Gefäße auf der Innenseite der Gebärmutter, über die das Kind versorgt wurde und stoppen so die Blutung. In unregelmäßigen Abständen spürt die Mutter Nachwehen, die mit der Kinderzahl zunehmen. Durch den Saugreflex, aber auch durch Massage der Brustwarzen wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, das einerseits das Stillen unterstützt, aber auch eine Kontraktion auslöst. Diese Nachwehen werden auch Stillwehen genannt. Alle Nachwehen dienen der Rückbildung der Gebärmuttermuskulatur.

Eine gute Rückbildung erkennt man daran, dass die obere Begrenzung der Gebärmutter (Fundus) sich täglich um die Breite eines Fingers (Querfinger) verringert. Steht der Fundus nach der Geburt in Nabelhöhe, so ist er nach zwei Wochen nicht mehr tastbar.

Nach der Geburt sondert die Innenseite der Gebärmutter über ca. fünf Wochen eine Art Wundflüssigkeit ab, die man Wochenfluss (Lochien) nennt. Während dieser Zeit nimmt die Menge kontinuierlich ab und die Farbe ändert sich von rot (Lochia rubra), bräunlich (fusca), gelb (flava) zu weiß (alba). Der normale Wochenfluss ist nicht übelriechend und nicht infektiös.

Sechs Wochen nach der Geburt, am besten nach der Nachsorgeuntersuchung kann man meistens wieder Geschlechtsverkehr haben. Dann haben sich die weit gedehnten Geburtswege wieder normalisiert, mögliche Wunden sind verheilt. Rückbildungsgymnastik hilft die Beckenbodenmuskulatur zu normalisieren. Da viele Frauen unsicher sind, wie der Beckenboden trainiert wird, kann nach Ende des Wochenflusses die Mutter mit zwei Fingern in der Scheide selbst spüren, ob ihre Kontraktionsübungen wirklich am Beckenboden ankommen und erfolgreich sein werden.


Fragen zum Thema:

Wochenfluss - Was versteht man unter Wochenfluss?

Wochenfluss - Wie lange dauert der Wochenfluss?

Wochenfluss – Wie lange fließt der Wochenfluss?

Wochenbett – Welche Veränderungen gibt es im Genitalbereich?

Wochenbett – Welche Veränderungen gibt es (extragenital)?

Wochenbett - Hormonelle Umstellung im Wochenbett

Wochenbett - Psycho-soziale Veränderungen im Wochenbett

Wochenbettdepression


Autor: Prof. Dr. Ludwig Spätling, Direktor der Frauenklinik Fulda a.D.

Literatur: Schneider, Husslein, Schneider; Die Geburtshilfe, 5. Auflage. Thieme Verlag Stuttgart, 2016