Alkohol in der Schwangerschaft (Info)

Erst ab etwa 1.960 wurde der erschreckende Zusammenhang zwischen Alkohol und Schäden beim Kind erkannt. Seither analysierte man die Fakten dazu in Tausenden von Untersuchungen. Alle Fachleute sind sich einig: Alkohol ist eindeutig ein Teratogen. d.h. eine Substanz, die Fehlbildungen auslöst. Das Ungeborene kann Alkohol nur schlecht über seine unreife Leber abbauen, so dass hohe Promillewerte im Blut das Kind schädigen. In den ersten 3 Monaten können körperliche Fehlbildungen, nach der 12. Woche lntelligenzdefekte und Verhaltensauffälligkeiten die Folge sein. Uneinigkeit herrscht in der Frage. oh ab und zu ein Glas toleriert wird. Bei einigen der Untersuchungen unter Kindergarten- und Schulkindern sind keine Schäden feststellbar oder vielleicht nicht messbar. Andere Studien belegen, dass die Kinder zappeliger sind und sich weniger gut konzentrieren können. Die englischen und amerikanischen Fachgesellschaften haben sicherheitshalber totale Alkoholabstinenz in der Schwangerschaft empfohlen. Unbestritten ist dagegen, dass für eindeutige und sichtbare Schäden exzessiv getrunken werden muss, nämlich über 90 g reiner Alkohol- täglich. Das wären eine 7-dl-Flasche Wein oder 4 Halbliter-Flaschen Bier. Kinder von Alkoholikerinnen können kleinwüchsig und mit typischen Gesichtsveränderungen auf die Welt kommen. Sie fallen zudem durch lntelligenzdefekte auf. Nachuntersuchungen kamen zum traurigen Schluss, dass die körperlichen Schäden sich zwar „etwas verwachsen“, die Intelligenzdefekte und Auffälligkeiten im Verhalten sich aber auch in optimaler Umgebung nicht bessern.

Mein Gynäkologe sagt, ich müsse nicht auf mein Glas Rotwein verzichten. Stimmt das?

Ich habe von meinem Chef Kirschpralinen bekomme, traue mich aber nicht, davon zu naschen.

Kann ich während der Schwangerschaft auf alkoholfreies Bier ausweichen?

Unser Kind wurde nach einer ausgelassenen Party gezeugt, auf der ich ziemlich viel getrunken habe. Nun plagt mich der Gedanke, mein Kind könnte behindert sein.

TIPP zu Alkohol in der Schwangerschaft

Prof. Dr. R. Huch, D. Fessel; Glücklich schwanger von A-Z, Trias Verlag Stuttgart, 2011.

Weitere Infos: http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_haeufige-fragen-alkohol_196.html