Kohlenhydrate, glykämischer Index (Info)

Nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung soll Ihr täglicher Speiseplan zu 55-60 Prozent aus Kohlenhydraten bestehen. Bei der Verdauung von Kohlenhydraten entsteht Traubenzucker, der durch die aktive Mithilfe der Plazenta zum Kind geschleust wird. Es benötigt diese Energieschübe für den Aufbau seiner Gewebe und seines Energiestoffwechsels.

Ihre Mahlzeiten müssen also reich an Kohlenhydraten sein. Doch es macht einen Unterschied, ob Sie ein Bonbon lutschen, also Zucker zu sich nehmen, oder Pellkartoffeln, die Stärke enthalten. Beides sind zwar Kohlenhydrate, aber sie werden unterschiedlich schnell aufgenommen. Je schneller, desto höher steigt vorübergehend der Blutzuckerspiegel, weil die Bauchspeicheldrüse mit der Produktion von Insulin nicht nachkommt. Insulin ist ein Hormon, das den Blutzuckerspiegel senkt. Bei etwa jeder 10. schwangeren Frau stößt die Bauchspeicheldrüse im Laufe der Schwangerschaft an ihre Grenzen, und ein Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) entsteht.

Sie tun deshalb gut daran, vor allem Kohlenhydrate auf Ihren Speiseplan zu setzen, die Traubenzucker sehr langsam freisetzen. Der glykämische Index (GI) hilft Ihnen bei dieser Auswahl. Er gibt in Zahlen die Blutzucker steigernde Wirkung an. Reiner Traubenzucker ist der Referenzpunkt und hat einen GI von 100. Bei allem, was weit unterhalb von 100 liegt, dürfen Sie ohne Bedenken zugreifen:

- Einen hohen glykämischen Index haben z. B. Bier, Weißbrot, Bratkartoffeln, Schnellkochreis, Cornflakes - alle über 80.

- Einen mittleren glykämischen Index haben z.B. Salzkartoffeln, Teigwaren, Schokolade, Mischbrot, Bananen - alle zwischen 80 und 60.

- Einen niedrigen glykämischen Index haben z. B. Vollkornbrot, Milch, joghurt, Obst und Gemüse - alle teils beträchtlich unter 50.

Ideal wäre, Sie würden auch nach der Schwangerschaft bei der Ernährung auf einen niedrigen GI achten. Am besten machen Sie sich das zur Gewohnheit. So profitiert Ihre Familie gleich mit, denn Lebensmittel mit einer geringen Blutzucker steigernden Wirkung sind weniger kalorienreich. Übergewicht und Bewegungsmangel sind die Wegbereiter für den immer häufiger auftretenden Typ-2-Diabetes (Altersdiabetes). Fachleute halten das Versagen der Bauchspeicheldrüse und den daraus folgenden Schwangerschaftsdiabetes als eine Art vorweggenommenen Altersdiabetes. Frauen mit einem hohen Body-Mass-Index am Beginn der Schwangerschaft und einer Gewichtszunahme von mehr als 18-20 kg gelten als besonders gefährdet. Bei einem hohen Blutzuckerspiegel reagiert das Ungeborene mit der Ankurbelung seiner eigenen lnsulinproduktion. Zu viel Insulin wirkt wie ein Wachstumshormon. Körpermasse und Fettgewebe werden aufgebaut. lm Klartext: Das ungeborene Kind wird groß und dick.

 

Weshalb ist Vollkornbrot während der Schwangerschaft weißem Toastbrot vorzuziehen?

Was ist ein glykämischer Index? Anscheinend soll der möglichst niedrig sein.

TIPP: Bleiben Sie unter 100

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Prof. Dr. R. Huch, D. Fessel; Glücklich schwanger von A-Z, Trias Verlag Stuttgart, 2011.

Weitere Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Glyk%C3%A4mischer_Index